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"Sozialpraktikum zur Berufsorientierung"
Eine Kooperation zwischen der Erich Kästner -Gesamtschule/Baunatal (EKS) und den Baunataler Werkstätten: Arbeitsgemeinschaft "Sozialpraktikum" - ein Angebot der Schulseelsorge an der EKS
Seit ca. 18 Jahren besuche ich jährlich einmal mit der Klasse 8 der EKS die Baunataler Werkstätten. Seit längerem habe ich daran gedacht, diesen Kontakt zu intensivieren. Da ich seit 2 1/2 Jahren mit Schulseelsorge an der EKS beauftragt bin, bot sich mir die Möglichkeit, im Rahmen dieses Aufgabenbereiches meinen Wunsch zu verwirklichen. Meine Idee war es, eine Arbeitsgemeinschaft "Sozialpraktikum" im Nachmittagsprogramm der Schule anzubieten.
Die Vorbereitungen zu der Kooperation zwischen der Erich Kästner-Schule und den Baunataler Werkstätten begannen im Mai 2005 mit einem Vorgespräch zwischen mir und Reinhard Pelz vom Sozialen Dienst. Gespräche mit dem Leiter der Tagesförderstätten Markus Siebert führten dann zu der Vereinbarung von mehreren Begegnungsnachmittagen. Nach den Sommerferien wurde die Arbeitgemeinschaft unter dem Titel "Sozialpraktikum - Begegnung mit Behinderten" ausgeschrieben. 13 Schülerinnen und Schüler meldeten sich zu dieser Arbeitsgemeinschaft an.
Der erste Besuch in den Werkstätten bestand in einer Führung durch den gesamten Werkstattbereich. Darauf folgten vier weitere Begegnungen:
- Ein Spielenachmittag in der Sporthalle
- Ein Bastelnachmittag: Bemalen von Taschen als Weihnachtsgeschenke
- Ein Backnachmittag: Plätzchen backen
- Eine Adventsfeier, die von den Schülern gestaltet wurde (siehe Bericht in der HNA).
Nach jedem Besuch in den Werkstätten traf ich mich in der darauf folgenden Woche mit den Schülern in der Schule zu einem Reflexionsgespräch über die gemachten Erfahrungen und zur Vorbereitung der nächsten Begegnung.
Eigentlich wollte ich das Projekt nur im ersten Schulhalbjahr durchführen, auf Wunsch der Schüler setzen wir das Projekt aber auch im zweiten Schulhalbjahr fort.
Im neuen Jahr besuchten die Schüler in kleineren Gruppen die Tagesförderstätten. Die gemeinsamen Nachmittage wurden unterschiedlich gestaltet. Seidenmalerei, Basteln von Faschingsketten und Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiele standen auf dem Programm. Einige Schüler nehmen auch an der Faschingsfeier der Werkstätten teil. Im März stehen zwei weitere Begegnungsnachmittage an.
Allen Teilnehmern an der AG werden das positive Klima und die freundliche Aufnahme in den Tagesförderstätten noch lange in Erinnerung bleiben. Alle Schüler staunten, mit welcher Freude und mit welchem Engagement die Mitarbeiter in den Tagesförderstätten ihren Dienst tun.
Ich selbst hoffe das Projekt im nächsten Schuljahr wieder anbieten zu können.
Marianne Hartung
Bericht der Schülerin Samira Göbel über das Projekt
"Ein schönes erfahrungsreiches halbes Jahr", so beschreiben die 13 Schüler und ihre Lehrerin Marianne Hartung der Erich Kästner Schule Baunatal ihr Sozialpraktikum in den Baunataler Werkstätten.
Vorerst wurden sie mit den Räumlichkeiten, Mitarbeitern und Angestellten der Tagesförderstätten vertraut gemacht. "Wir spielten Spiele zum Kennenlernen, dies hat den Umgang untereinander und das Merken der einzelnen Namen stark erleichtert", berichtet Katrin Scheufler.
Auch Tätigkeiten wie z.B. Bedrucken von Stofftaschen, Plätzchen backen und Musik machen standen auf dem Programm. "Dies hat alles so viel Spaß gemacht", erzählt Antonia Weishaar, "man hat von den Menschen dort Blicke der Dankbarkeit bekommen, die man mit keinem Geld der Welt bezahlen kann, das ist wirklich ein wunderschönes Gefühl."
Ein klein wenig betrübt ist die gesamte Gruppe trotzdem, schließlich wird die intensive Zusammenarbeit vorerst auf Eis gelegt, um sich weiteren sozialen Projekten zu widmen. Alle Schüler hoffen aber, dass der Kontakt zu den Werkstätten auf keinen Fall abbricht, denn solch positive Ereignisse würde jeder von ihnen gern noch einmal erleben.
(Samira Göbel, Klasse 10)
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