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Erinnern gegen die Gleichgültigkeit
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Gedenken anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz
Gedenkfeier
Still und leise begann der 27. Januar 2005 für die Schüler der Jahrgänge 9 und 10 an der Erich Kästner-Schule. Eine Lerngruppe "Religion" des Jahrgangs 9 hatte zu einer Gedenkfeier eingeladen. 150 Schüler und Lehrer versammelten sich in der Aula.
Stellvertretend für alle Opfer des Nationalsozialismus gedachten sie stehend der circa 100 ermordeten Juden aus Schauenburg, deren Namen von sechs Schülern verlesen wurden.
Angeregt von einem Text des jüdischen Schriftstellers Elie Wiesel dachten die Schüler über die Rolle des Zeugen beim Abtransport der Juden nach. "Wären auch wir stumme Zeugen geblieben?", so die Frage an die eigene Generation. "Protestieren wir heute gegen die vielen Ungerechtigkeiten in der Welt?" "Erinnern ist wichtig, damit wir nicht gleichgültig werden." Die Gedenkfeier wurde musikalisch umrahmt durch die Gitarrenklänge von Samira Göbel und Inga Schmal.
Projekttag für den Jahrgang 9 (in Zusammenarbeit mit dem Jugendbildungswerk der Stadt Baunatal)
An die Gedenkfeier schloss sich ein Projekttag für alle Schüler des Jahrgangs 9 an, an dem als Projektgruppenleiter sieben Lehrer der EKS und zwei Mitarbeiter des Jugendbildungswerkes/Baunatal beteiligt waren. Tobias Spengler und Frank Grasmeier vom JBW führten die Schüler zu außerschulischen Lernorten in Baunatal und Kassel, um vor Ort Erkundungen über Zwangsarbeiter und über Spuren jüdischen Lebens anzustellen. "Kunst in der Verfolgung" laute das Thema in der Arbeitsgruppe von Dorit Everding. Die Schüler befassten sich mit der Ausstellung "Entartete Kunst" und nahmen Motive der Künstler in eigene Bilder auf. Die Schüler in der AG von Marianne Hartung befassten sich mit Bildern, die in Konzentrationslagern entstanden sind, und lasen gemeinsam Texte von Augenzeugen, die die Hölle überlebt haben. Beate Springers Arbeitsgruppe "Leben in Angst und Schrecken" stellte nach einer Informationsphase Totenmasken aus Ton her. Wolfgang Weigand bereitete einen Besuch des KZ Buchenwald mit Hilfe des Filmes "Nackt unter Wölfen" vor. Anhand des Filmes "Schindlers Liste". bearbeitete Walter Gabriel mit seinen Schülern "Fragen an die Menschlichkeit". Berno Schrage befasste sich mit seiner Gruppe mit der Rolle der Reichsbahn bei der Deportation von Verfolgten in die Konzentrationslager. Erwin Trinter nutzte die neuen Medien in Form einer interaktiven CD, um das Leben der Anne Frank näher zu bringen.
Für die Erich Kästner-Schule setzt sich mit diesem Projekttag die positive Zusammenarbeit mit dem Jugendbildungswerk der Stadt Baunatal fort, die in diesem Schuljahr auf verschiedenen Ebenen intensiviert werden konnte. Das Anliegen des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus war bereits Mittelpunkt des gemeinsamen Projektes "Gedenkstättenpädagogik", das Ende des Jahres 2004 durchgeführt wurde. 21 Schüler des Jahrgangs 10 fuhren gemeinsam mit Manuela Döring vom JBW und Marianne Hartung und Petra Pett (EKS) ein Wochenende lang in die Gedenkstätte "Buchenwald", um sich am Ort des Schreckens mit der deutschen Geschichte auseinanderzusetzen. Die drei Begleiter staunten über das große Interesse der Schüler, die selbst in der Mittagspause auf Spurensuche im Gedenkstättenbereich gingen und sich am schulfreien Samstag von 9.00 bis 23.00 Uhr mit dem Schicksal der Menschen im KZ Buchenwald beschäftigten.
P r e s s e :
BAUNATAL. "Nun kommt das dritte Reich! Ein Prosit unserm Stimmenfang! Das war der erste Streich ... Und falls Deutschland daran zugrunde geht. juvivallera. juvivallera, dann ist es eben futsch. Dieser zynisch?kritische Tonfall ? das ist unverkennbar Erich Kästner ( I899 ? 1974). Die Schüler der gleichnamigen Baunataler Schule zitierten den berühmten Namenspatron als Einstieg in die Thematik ,.Opfer des Nationalsozialismus". Exakt 60 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz gab es gestern in der Aula der Erich Kästner?Schule eine von den Schülern des Jahrgangs 9 und ihren Lehrern Marianne Hartung und Berno Schrage gestaltete Gedenkfeier. Anschließend widmeten stich die Neuntklässler im Rahmen eines Projekttages in Gruppen dem Thema. .,Ja. Deutschland war futsch" konstatierten die Schüler auf der Bühne, im Rückblick und mehr als sechs Jahrzehnte nach Ende des Naziregime.
Sie zitierten nicht nur Kästner, sondern auch den jüdischen Schriftsteller Eli Wiesel. Dabei interpretierten sie seinen Text "Der Zeuge". Eindrucksvoll wurde der .,Zeuge"', der zu den Gräueltaten des Dritten Reichs dumpf geschwiegen hatte. in einem von den Schülern erarbeiteten Rollenspiel befragt. "Und wir?", richteten die Schüler die Frage an sich selbst. Jonas: "Ich möchte nicht gleichgültig sein. Ich wäre auch damals nicht kalter Zeuge gewesen. Ich wäre sehr traurig gewesen. Das Leid der Juden hätte mich bewegt. Aber die Angst hätte mich gelähmt, deshalb hätte ich mich wahrscheinlich nicht eingemischt."
Die Schüler waren von der Thematik berührt. das war nicht nur ihren Gesichtern anzusehen, sondern auch mancher Stimme anzuhören. Als sie die circa hundert Namen der ermordeten Juden aus dem Schauenburger Gebiet (in den Dörfern des heutigen Baunatal lebten keine Juden), von A wie Selma Abrahamson bis W wie Hilda Wolf, vortrugen, zitterte so manche Stimme.
Sensibel und dem Rahmen der ernsten Gedenkveranstaltung angemessen waren auch die Musikbeiträge von Inga und Samira auf ihren Gitarren. Anschließend ging es in Gruppenarbeit weiter. Die Gruppe von Frank Grasmeier vom Baunataler Jugendbildungswerk, das die Schule bei dieser Veranstaltung unterstützte, hatte sich Für "Zwangsarbeiter in Baunatal" entschieden. Und so erfuhren die Schüler von den Henschel?Flugmotoren?Werken und Menschen, die dort zum Teil gegen ihren Willen arbeiten mussten. Schließlich machten sich die Schüler auf den Weg zum Gedenkstein vor dem VW - Werk, zum Stadtmuseum und zum Friedhof Rengershausen, wo in Baunatal ums Leben gekommene Zwangsarbeiter beerdigt sind.
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Ausstellung zum 27. Januar 1945
Breitenau (Guxhagen), Flossenburg, Mauthausen und Auschwitz sind nur einige bekannte Stationen unvorstellbaren Leids, das die Schergen der NS-Machthaber Millionen unschuldiger Menschen zufügten. Gegen Ende des 2. Weltkrieges wird am 27.Januar 1945 das Konzentrationslager Auschwitz durch die Rote Armee befreit. Stellvertretend für die Befreiung aller KZs erklärte der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog dieses historische Datum zum allgemeinen Gedenktag . Seit Jahren ist er auch Erinnerungstag an der Erich Kästner-Schule. Dabei wird diese Tradition insbesondere vom Fachbereich Religion und dort unter Federführung von Lehrerin Marianne Hartung gepflegt . In diesem Jahr haben Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 10 eine Ausstellung über "Menschen, die sich den Mund nicht verbieten ließen und dies mit dem Leben bezahlten" erarbeitet, die seit dem 29.Januar nun in der Oberen Pausenhalle der EKS zu besichtigen ist. In einer kleinen Feierstunde wurde sie von den
Schülern mit dem Vorlesen von Texten der KZ-Überlebenden Elie Wiesel und Ruth Elias
in Anwesenheit der Mitschüler des Jahrgangs 10 eröffnet.
Auf ihren Plakaten dokumentieren die Schülerinnen und Schüler einzelne
Lebensschicksale, wie die Berichte von Kitty Hart-Moxon und Halina Birenbaum, die in ihren Büchern ("Die Hoffnung erhielt mich am Leben") den grausamen Überlebenskampf im KZ darstellen. Auch erinnert die Ausstellung an Opfer des Nationalsozialismus, wie z.B. an das in der Region bekannte Schicksal der jüdischen Ärztin Lilli Jahn aus Immenhausen oder an die Widerstandskämpfer Sophie Scholl, Dietrich Bonhoeffer und Pater Rubert Mayer. Menschen wie Miep Gies, die mit dem Einsatz für die Familie von Anne Frank in Holland ihr Leben riskierte, werden ebenfalls mit der Ausstellung geehrt. Für einige der Schüler von Frau Hartung ist damit die Beschäftigung mit den Folgen des Naziterrors noch nicht abgeschlossen: Am 10. Februar werden sie zu einer Fahrt zum Konzentrationslager Auschwitz nach Polen aufbrechen.
Foto 1 (001)
Feierstunde zur Ausstellungseröffnung
Foto 2 (009)
Katharina Hellmund und Anna Engelhardt:
"Das soll nie wieder passieren." |
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Erinnerung an die Befreiung von Auschwitz
Die Befreiung des Vernichtungslagers in Auschwitz durch die Alliierten beendete offiziell die Tötungsmaschinerie der NS-Diktatur. Das war am
27. Januar 1945. Daran zu erinnern, ist seit Jahren Verpflichtung und
Auftrag der Nachgekommenen, damit sich der Holocaust nicht wiederhole.
So hat der Erinnerungstag inzwischen Tradition an der Kästner-Schule .
Besonderes Engagement zeigt hier seit Jahren der Fachbereich Religion. Deshalb luden auch die Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 10 der Lerngruppe von Religionslehrerin Marianne Hartung ihre Mitschüler zu einer Gedenkfeier am Donnerstag, den 30. Januar, in die neue EKS-Aula ein. Der Einladung folgten sämtliche Schüler des Jahrgangs 10 . Im Mittelpunkt der Gedenkfeier stand der Vortrag aus dem Buch "Die Nacht" des KZ-Überlebenden Elie Wiesel . Ausdrucksstark schildert der vorgelesene Augenzeugenbericht die unmenschlichen Strapazen, die Menschen ausgesetzt waren, bevor sie in den Gaskammern zu Tode kamen. Das Vorlesen von Namen von in Auschwitz, Dachau und Theresienstadt ermordeten jüdischen Bürgern aus Schauenburg stellte eine eigene Betroffenheit her. In den Fürbitten, die die Schüler für die ökumenische Gedenkfeier formuliert hatten, wurde angemahnt, dass sich solche Ereignisse in der Geschichte niemals mehr wiederholen dürfen: "Gewalt und Hass sind bei Gott unerwünscht!". Musikalisch wurde die Feier von den Schülern Patrick Pichl (Gitarre) und Karl Rosenau (Flügel) gestaltet. Zum Abschluss sangen Schüler und Lehrer des Jahrgangs 10 gemeinsam, begleitet von Lehrer Markus Zosel am Flügel, das Lied "We shall overcome".
Foto 1:
Sie lasen aus dem Buch "Die Nacht":
Leandra Scholz, Florian Pipper, Marius Schubert und Eva Carl
Foto 2:
Die Schüler des Jahrgangs 10 bei der Gedenkfeier
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Gedenkfeier am Holocaust-Gedenktag - 27. Januar 2010 - 65. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz
"Gegen das Vergessen .... müssen wir uns sträuben, wehren, stemmen, demonstrieren. Nicht nur einige, wenige - wir alle!". Mit diesen Worten begrüßten zwei 10. Klässler am 27. Januar die Schüler ihres Jahrgangs. Im Religionsunterricht hatten sie gemeinsam mit 24 Mitschülern einen Gedenkgottesdienst anlässlich des Holocaust-Gedenktages vorbereitet und dazu eingeladen
.
Die Stunde der Stille und Besinnung war einem zweifachen Gedenken gewidmet: der Erinnerung an die Opfer des nationalsozialistischen Terrors und der Erinnerung an ein positives Beispiel des Widerstandes. Zur Einstimmung präsentierten die Schüler einen Film, den drei ehemalige EKSler auf einer Studienfahrt nach Auschwitz gedreht hatten. Wie konkret die Angst ums Überleben für die meist jüdischen Opfer war, wurde im Anschluss daran durch einen Text von Elie Wiesel verdeutlicht. In ihm spricht eine Mutter mit ihrer kleinen Tochter vor der Ankunft in einem Konzentrationslager. "Wohin gehen wir? Weißt du es?" so fragt das kleine Mädchen seine Mutter. "Glaubst du, dass sie uns wehtun werden? ... Aber sie werden uns nicht trennen?" Die Antwort der Mutter "Wir werden nicht mehr getrennt werden" weist auf das Schicksal vieler Mütter hin, die sich nach der Ankunft in Auschwitz entschlossen, bei ihren Kindern zu bleiben. Gemeinsam mit ihren Kindern gingen sie ins Gas.
Die Mitte der Feier bildeten die Seligpreisungen aus dem Matthäusevangelium. "Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit." (Mt 5,6) In Anschluss daran stellten die Schüler das Schicksal der Jüdin Marga Spiegel vor, die, aus dem oberhessischen Oberaula stammend, den Holocaust überlebte, weil sie bei einer münsterländischen Familie Unterschlupf fand. Der westfälische Bauer Heinrich Aschoff und seine Frau Maria wurden in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem in die Liste der "Gerechten der Völker" aufgenommen. Marga Spiegels Überlebensbericht ist in dem Buch "Retter in der Nacht" zu finden.
In Klage und Bitten brachten die Schüler ihre Gedanken vor Gott. Musikalisch gestaltet wurde die Feier durch das beeindruckende Geigenspiel von Jermaine Edmonds.
17 Schülerinnen und Schüler der EKS werden im März 2010 an einer Studienfahrt nach Polen teilnehmen, in deren Mittelpunkt das Konzentrationslager Auschwitz liegt.

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Gedenkfeier am Holocaust-Gedenktag - 27. Januar 2011
27. Januar 2011: 180 Schülerinnen und Schüler begannen an diesem Tag ihren Unterricht still und besinnlich. Sie versammelten sich in der Aula, um sich zu erinnern an das Leid der Opfer.
Seit 2003 hat eine gottesdienstliche Feier anlässlich des nationalen Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus einen festen Platz im Raum der Schule. Die Feier wurde wie in den letzten Jahren von Schülerinnen und Schülern des Jahrgangs 10 selbst gestaltet, vorbereitet im Fach "Religion".
Der erste Teil der Feierstunde war der Erinnerung gewidmet.
"Am Zyklonhimmel - im Feuerschein - fährt auf schwarzen Gleisen eine Wolke ein ... Wolke, Wolke ... Die Kinder sind erschlagen - Kopf an die Wand - erwürgt erschossen - vergast - verbrannt" - dieses Kinderlied aus Auschwitz machte betroffen, ebenso der zu Beginn gezeigte Film mit Bildern vom Leidensweg der Opfer.
Die Schülerinnen und Schüler schilderten das Schicksal verschiedener Gruppen und forderten zum Gedenken auf.
| "Wir gedenken: |
der Vergessenen und Verdrängten
der Kinder
der 6 Millionen Juden
der Sinti und Roma
der Bibelforscher, Pazifisten, Kriegsdienstverweigerer und Deserteure
der Behinderten
der homosexuellen Frauen und Männer
der Zwangsarbeiter
all derer, die Widerstand leisteten." |
Ein Text von Nobelpreisträger Elie Wiesel machte den jungen Zuhörern die Angst der in Auschwitz oder anderen Konzentrationslagern Inhaftierten deutlich.
Im zweiten Teil der Feier stand die diesjährige Jahreslosung der evangelischen Kirche "Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse durch das Gute" (Röm 12, 21) im Mittelpunkt. Alle Gottesdienstteilnehmer erhielten ein Lesezeichen mit einem zur Jahreslosung gestalteten Ampelbild, in dem sich ein zunächst aggressiver Mensch (rote Ampel) selbst die Hörner abnimmt (gelbe Ampel), um dann frei von Hass und Aggression durchs Leben zu gehen (grüne Ampel). Die Schülerinnen und Schüler bezogen die Bibelstelle und das ausgeteilte Bild auf den Sinn des Gedenktages. "Vorurteile und Rassenhass riefen unendliches Leiden hervor. Das darf es in Deutschland nie mehr geben. Wir wollen aus den Fehlern lernen, damit so etwas wie der Holocaust nie wieder zugelassen wird." Das Bibelwort aus dem Römerbrief kann ein Leitwort sein für unser Verhalten im Alltag, wo jeder daran arbeiten muss, Böses durch Gutes zu überwinden, so die Schüler. "Lass dich anstecken von dem lachenden Gesicht im Ampelbild. Stifte Frieden!"
Zum Abschluss des Gottesdienstes beteten alle Teilnehmer das Friedensgebet des Franz von Assisi.
Die musikalische Gestaltung hatten die Gitarristen Claudia Pallek, Denny Barthel und Jannik Willrich übernommen.
Marianne Hartung

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