| Mai 2012 | | Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So | | | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | | | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | | | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | | | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | | | 28 | 29 | 30 | 31 |
|
Studienfahrt nach Auschwitz
Die Studienfahrt wird von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, von dem Deutsch-polnischen Jugendwerk und vom Förderverein der EKS bezuschusst.
2012
2011
2010
2009
2008
2007
Gegen das Vergessen - Studienfahrt nach Auschwitz 2012
25. März 2012 - Stammlager Auschwitz: Seit sieben Jahren begleite ich jährlich eine Schülergruppe der Erich Kästner Schule nach Auschwitz. Heute sind viele Menschen dort, vor allem israelische Gruppen, die man an ihren Fahnen erkennen kann. Parallel zu uns geht eine jüdische Mädchengruppe durch die Ausstellungen. Ein Rabbi begleitet sie. Einige Mädchen weinen und beten. Vor Betreten des Krematoriums warten wir, bis der Rabbi mit einer weinenden jüdischen Schülerin den Schreckensort verlässt. Das Bild, wie diese jungen Menschen durch das Vernichtungslager gehen, bewegt uns tief. Als wir am letzten Abend in Oswiecim auf eine intensive Woche der Erinnerungsarbeit zurückschauen, ist es wieder präsent. Neben dieser Beobachtung ist vielen die Kinderbaracke mit ihren bunten Zeichnungen, darunter eine Schule, tief im Gedächtnis geblieben. Andere Teile der Ausstellung ebenfalls: die Berge von Gegenständen, die den Opfern gehörten, z.B. Zahnbürsten und Rasierpinsel, die so genannte "Sauna", Bilder, die Häftlinge vom Alltag im Vernichtungslager malten, oder die Fotografie von einem SS-Offizier bei der Selektion, wo der Daumen, der Leben oder Tod bedeutet, im Schatten abgebildet ist.
Dass wir in diesem Jahr wieder einen Zeitzeugen kennen lernen durften, betrachteten wir als
besondere Ehre. Der 86jährige Professor Waclaw D?ugoborski hat erst in diesem Jahr begonnen, vor deutschen Schülern über seine Zeit im Vernichtungslager zu berichten. Er tut dies sehr gefasst. Zwei Szenen werden wir nicht vergessen: Er berichtete, wie in der Zeit des Eintreffens der Massentransporte aus Ungarn die Schlange zur Gaskammer so groß war, dass eine auf den Tod wartende Gruppe drei Tage lang im Badehaus ausharren musste. Und er erzählte von einer kleinen Freude im Lager, dem Fußballspiel.
Die Erich Kästner-Schüler bewältigten in der Woche ein umfangreiches Programm: Stadtführung in Oswiecim, Gottesdienst in der Maximilian-Kolbe-Kirche, Besuch des jüdischen Friedhofes, Führung durch das Stammlager und das Außenlager Birkenau, Gespräch mit dem Auschwitz-Überlebenden, Besuch einer polnischen Schule, Gang durch die Nationenausstellungen, Führung durch die Kunstausstellung im Stammlager, Kennenlernen des jüdisches Lebens in Krakau, Gedenkfeier an der Todesmauer, jeden Abend Gespräch über das Erlebte.
Die Fahrt nach Polen war für die 13 Teilnehmer eine intensive Erfahrung. In den Reflexionsgesprächen ging es immer wieder um die Frage, ob die Darstellungen der Opfer im Museum würdevoll sind. Dass diese Frage auch bei den Verantwortlichen im Museum zurzeit diskutiert wird, konnten die Schüler beim Projekt "Fotografien in Auschwitz" erfahren, das die Gruppe gemeinsam mit Mitarbeitern der Internationalen Jugendbegegnungsstätte durchführte.
Die Studienreise wird gefördert durch die Hessische Landeszentrale für politische Bildung und durch die Aktion Sühnezeichen. Wir sind dankbar dafür.
Marianne Hartung
Schulerinnen berichten:
Sonntag, 25. März 2012
Sonntag war unser erster Tag in Polen.
Nach dem Fruestück besuchten wir einen polnisch-katholischen Gottesdienst in der Maximilian-Kolbe-Kirche. (Maximilian Kolbe ist hier sehr hoch angesehen, da er sein Leben fuer einen anderen im Konzentrationslager opferte.)
Diese moderne Kirche haben wir als sehr schön empfunden, sie ist sehr groß und überall findet man Bilder und Symbole, die auf Maximilian Kolbe und Auschwitz hindeuten (z.B. ein Christus mit dem Winkel als Kennzeichen für einen Häftling in Auchwitz).
Direkt im Anschluss gingen wir mit unserem Guide auf den Judenfriedhof. Wir waren sehr erstaunt darüber, wie schlicht dieser war. Die Juden legen Steine an die Gräber anstatt Blumen, weil Blumen vergänglich sind und Steine
für immer halten.
Auf dem Rückweg zur Jugendbegegnungsstätte kamen wir an einem polnischen Markt vorbei. Das war auch eine sehr interessante Erfahrung fuer uns.
Nach dem Mittagessen liefen wir zum Stammlager Auschwitz. Dort hatten wir einen polnischen Guide, der uns begleitete. Wir begannen mit den geschichtlichen Grundlagen, die sich an den weiteren Stationen vertieften. Erschrocken waren wir von den gesammelten persönlichen Gegenständen der Häftlinge wie z.B. Brillen, Haare, Kleidung, Koffer, Kämme, Schuhe und Zahnbürsten.
Wir hatten eine Gruppe jüdischer Mädchen beobachtet, die aus dem Krematorium kommend beteten und weinten. Die Gefühle der Maedchen beeindruckten uns, da wir das Krematorium aus einer anderen Sicht betrachteten und wir daher nicht so stark von unseren Gefühlen ueberwältigt wurden.
Nach dem Abendessen und einer Reflexion des Tages verbrachten wir den Abend in ruhiger gemeinsamer Runde.
Kristin und Pauline
Montag, 26. 3. 2012 - Außenlager Birkenau
Als um 9 Uhr unsere Fuehrung begann, gingen wir als erstes auf den Wachtturm über dem Eingangstor. Von dort aus konnte man alle Baracken sehen, die teilweise zerstört sind, so dass man nur noch die Schornsteine erkennen kann. Man sieht ein Schornstein neben dem anderen!!
Eine Baracke stand neben der anderen.
Danach gingen wir in eine Latrine, wo die unhygienischen Zustaende deutlich wurden. Es sind 66 Löcher in einem langen Betonklotz, die auf zwei Seiten verteilt sind. Dies gab es dort insgesamt dreimal: also 198 Löcher nebeneinander - ohne Vorhang, ohne Tür!
Anschliessend sind wir in eine Holzbaracke gegangen. Dort haben sich teilweise 600-700 Menschen aufgehalten muessen. Wenn man in den Raum kommt, schätzt man, dass dort 100 Menschen hineinpassen. Unvorstellbar, dass dort 600-700 Menschen leben mussten. Geplant war die Holzbaracke für 56 Pferde.
Daraufhin sind wir in die Kinderbaracke gegangen. Dort sind an zwei Wänden zwei verschiedene Zeichnungen, die ein Gruppenleiter für die Kinder anfertigen ließ, damit sie sich in der zugigen, kalten Baracke ohne Eltern oder andere liebe Menschen besser fühlten.
Danach gingen wir den langen Weg zum Krematorium. Neben dem zerstörten Krematorium ist ein Denkmal errichtet worden. Dort befinen sich 21 Gedenksteine, die jeweils den gleichen Gedenkspruch in einer anderen Sprache haben.
Als wir weitergingen, sind wir auf einen Graben gestossen, bei dem Häftlinge flüchten wollten. 7 der Haeftlinge haben diese Flucht überlebt, zwei von ihnen leben heute noch. Einer davon war in der Begegnungsstaette zu Gast.
Bevor wir zu den Krematorien 4 und 5 gingen, kamen wir an einer Vitrine vorbei, in die gefundenes Geschirr und Bestecke gelegt wurden. Auch heute noch findet man im morastigen Boden noch Gegenstaende, die den Häftlingen gehoerten.
Auf dem Weg dorthin kamen wir zu einem Aschesee. Auch neben den Krematorien war ein Platz, wo die vergasten Menschen im Freien verbrannt wurden. Danach gingen wir noch zu einem Haus, wo der Baderaum (Sauna) fuer die Gefangenen war und die Waesche desinfiziert wurde.
Ich habe am Ende Tages über mein eigenes Leben nachgedacht. Es war kalt in Birkenau und ich hätte mich normalerweise beschwert. Heute tat ich das bewusst nicht, weil mir klar wurde, wie die Häftlinge dort leiden mussten, froren, sich nicht waschen konnten, wenig Essen bekamen, entwürdigt wurden.
Ich verstehe durch diesen Tag in Birkenau etwas mehr, was damals passiert ist, trotzdem ist es unvorstellbar.
Selma Belan
|
- Zurück -
Studienfahrt 2011
"Du bist mit dem Leben davongekommen, nicht um zu leben. Du hast wenig Zeit und musst Zeugnis ablegen," mit diesem Zitat des Dichters Zbigniew Herbert überschreibt Zeitzeugin Zofia Posmysz ihren Überlebensbericht.
In der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oswiecim/Auschwitz treffen 15 Schülerinnen und Schüler der Erich Kästner Schule die Zeitzeugin. Sie sind ganz bei der Sache. Die 1923 geborene Autorin und Kulturredakteurin Zofia Posmysz ist aus Warschau gekommen. Als 18jährige wurde sie im April 1942 von der Gestapo verhaftet, weil sie Kontakt zu Menschen im Untergrund hatte. Zunächst brachte man sie ins Frauengefängnis in Krakau, sechs Wochen später wurde sie nach Auschwitz verlegt. "Meine Schuld ist nicht allzu groß", dachte die 18jährige, "die paar Monate werde ich überleben." Sie blieb 2 ½ Jahre im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und kam dann ins Lager Ravensbrück, wo sie am 2. Mai 1945 befreit wurde.
Die ersten Tage waren für die junge Polin ein Schock. Sie erzählt von den schrecklichen hygienischen Bedingungen, von Läusen und Ungeziefer, vom morgendlichen Appell, bei dem sie von 4.30 - 6.00 Uhr in eisiger Kälte stehen musste, von Hunger und Ohnmacht und der Angst, im Gas zu landen. Immer wieder stockt dabei ihre Stimme, es fällt ihr schwer, über die Schrecken von Auschwitz zu sprechen.
Deshalb erzählt sie gerne von den positiven Begegnungen: von der Aufseherin Toni, die sie aus der harten Hand einer Kollegin befreit und sie in ihr Kommando nimmt, weil Zofia bei der landwirtschaftlichen Arbeit ein polnisches Morgengebet singt; von Dr. Monkowski, der für sie Medikamente ins Lager schmuggelt und ihr damit das Leben rettet. "Ohne Freundschaft konnte man das Lager nicht überstehen." Zofia Posmysz erzählt, dass sie immer wieder Hilfe von anderen erfahren habe. Ihr Morgengebet, das könne sie noch heute singen.
Die jungen EKS-ler sind von der Auschwitz-Überlebenden fasziniert, weil sie trotz der schrecklichen Erfahrungen positiv eingestellt ist. Eine Therapie hat die Polin nicht gemacht. Aber sie hat Bücher und Texte geschrieben, durch die sie das Leid aufgearbeitet hat.
Am Ende des Gespräches bedanken sich die Schülerinnen und Schüler jeder persönlich.
"Sie ist eine würdevolle Frau", meint ein Schüler beim abendlichen Reflexionsgespräch. Alle Schüler sind sich einig, dass sie die Begegnung mit der Zeitzeugin wohl nie vergessen werden.
Das Gespräch vertiefte das, was die Schülerinnen und Schüler in den jeweils dreistündigen Führungen durch das Stammlager Auschwitz und das Lager Birkenau erfahren konnten. Einem weiteren Zeitzeugen begegneten sie im Kloster Harmeze, einige Kilometer von Oswiecim entfernt. Hier hat der Maler Marian Kolodziej in seiner Ausstellung "Gedächtnis-Labyrinth" die Zeit des Schreckens verarbeitet. Weitere Programmpunkte waren der Besuch der Nationenausstellung im Stammlager und ein Projekt "Kinder im Holocaust", das von einer Mitarbeiterin der Internationalen Begegnungsstätte geleitet wurde. Der Besuch der Stadt Krakau mit jüdischem und christlichem Viertel rundete die Reise ab.
Einen Blick in die Zukunft konnte die Baunataler Gruppe durch eine deutsch-polnische Jugendbegegnung im Konarsky-Lyceum werfen. Die begleitenden Lehrerinnen Marianne Hartung und Heidi Zächerl staunten über die Unkompliziertheit der beiden polnischen Kolleginnen und über die liebenswert gestalteten Flure im alten Gemäuer des Lyceums. Die polnischen Lehrerinnen boten sich an, im nächsten Jahr die Führung für die deutsche Gruppe im Konzentrationslager zu übernehmen, so dass der Kontakt zur polnischen Schule weiter ausgebaut werden kann.
|
- Zurück -
Studienfahrt 2010
Montagmorgen: einen vierzigminütigen Fußmarsch nach Birkenau haben 16 Schüler der EKS hinter sich. Sie gehen durch das große Tor im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Holzbaracken, Latrinen, die Rampe, an der viele Opfer ankamen, die zerstörten Krematorien haben sie nachdenklich und still gemacht. Parallel zu ihnen geht eine israelische Gruppe durchs Lager. Ganz anders als die Baunataler: die jüdischen Jugendlichen haben Gitarre und Mikrofon dabei und lassen jüdische Melodien erklingen. In der so genannten "Sauna" bleiben sie stehen, sie sprechen Psalmen und singen Hoffnungslieder. Und: sie laden die deutschen Jugendlichen ein mitzutun. Die Schüler der EKS sind tief beeindruckt.
Am Tag zuvor hatten sie schon das Stammlager Auschwitz besucht und waren mit den bekannten Vitrinen voller Haare, Schuhe, Brillen, Rasierpinseln u.a. konfrontiert. Am Montagnachmittag treffen sie den Zeitzeugen Wilhelm Brasse, der drei Stunden lang über seinen Weg nach Auschwitz und in Auschwitz erzählt. Als Fotograf musste er für den berüchtigten Dr. Mengele Fotos von seinen Versuchsopfern machen. Brasse spricht die jungen Deutschen als Freunde an. "Ich könnte noch viel länger zuhören", sagt Melissa nach der Begegnung.
Eine Woche lang verbrachte eine Schülergruppe der EKS - begleitet von den Lehrerinnen Anna Dahmen und Marianne Hartung - in Polen. Im Mittelpunkt stand das Konzentrationslager Auschwitz. Wie schwer Überlebende ihre Gefangenschaft in Auschwitz verarbeiten können, wurde den Schülern in einer Kunstausstellung im nahe gelegenen Harmeze deutlich. Der Bühnenbildner Marian Kolodziej kam 1940 - damals 18 Jahre alt - mit dem ersten Transport nach Auschwitz. Er sprach jahrelang nicht über seine Lagerzeit. Mit 73 Jahren nach einer schweren Krankheit begann er zu malen. Ein Gedächtnis-Labyrinth nennt er seine Ausstellung. Die Bilder, die sich im Keller der Franziskaner-Kirche befinden, zeigen Schreckensszenen: Wände mit ausgehöhlten Gesichtern und langsam zerfallenden Leibern, Zeichnungen von Kapos, die Gefangene peinigen, und von Häftlingen, die ihre leeren Teller hochhalten. Malen heißt für Kolodziej Zeugnis geben. Am Ende seines Lebens malt er den leidenden Christus, der ihn selbst in seinen Armen hält.
In die Zukunft ließ die Schüler eine polnisch-deutsche Jugendbegegnung im Konarsky-Lyceum blicken. Zudem besuchten sie das Salzbergwerk in Wieliczka und die Stadt Krakau, die sie bei strahlender Sonne erkunden konnten.
Hoch motivierte junge Menschen verbrachten eine intensive Woche in Polen und setzten sich mit dem dunklen Teil deutscher Geschichte auseinander. Die Reise wird gefördert von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung und dem deutsch-polnischen Jugendwerk/Aktion Sühnezeichen.
|
- Zurück -
Studienfahrt 2009
"Erst später erfuhr ich den Namen des Arztes, für den ich die Fotos machen musste, Dr. Mengele." Wilhelm Brasse, der Fotograf von Auschwitz, berichtet von den unterschiedlichen Fotos, die er im Konzentrationslager Auschwitz machen musste. Mit Tränen in den Augen erzählt er von der Situation, in der er von dem SS-Arzt gezwungen wurde, die einer Frau bei lebendigem Leibe herausgezogene Gebärmutter zu fotografieren. Brasse entschuldigt sich bei den Schülern der 10. Klasse, dass er ihnen so schlimme Dinge erzählen müsse.
Das tut er feinfühlig und liebenswert.Man spürt ihm an, dass ihm die
Begegnung mit den deutschen Schülern wichtig ist.
Für die 23 Mädchen und Jungen, die an der Studienfahrt nach Auschwitz
teilnahmen, war das Gespräch mit dem 91jährigen Zeitzeugen eine
unvergessliche Begegnung. Dies betonten die Schüler auch gegenüber dem
ARD-Fernsehteam aus Warschau, das dieses Zeitzeugengespräch aufzeichnete.
"Es ist etwas anderes, wenn man die Erfahrungen im KZ mit emotionaler Stimme
hört oder ob man darüber in einem Buch liest." so der EKS-Schüler Micah
Göbel.
Die 15- und 16-jährigen Schüler und die sie begleitenden Lehrer Marianne
Hartung und Bernd Kaun bewältigten in Oswiecim ein umfangreiches Programm:
Führung im Stammlager Auschwitz, gemeinsamer Fußmarsch nach
Auschwitz-Birkenau (dort dreistündige Führung), Zeitzeugengespräch, Besuch
der Kunstausstellung und der Nationenausstellungen im Stammlager,
deutsch-polnische Jugendbegegnung, Besuch der Maximilian-Kolbe-Kirche. Das
Erlebte wurde jeweils am Abend im Gespräch, durch Malen, Schreiben und einen
besinnlichen Abschlussabend verarbeitet. Unter Leitung von Bernd Kaun hatte
sich sogar eine Theatergruppe gebildet, die Szenen aus dem Film "Das Leben
ist schön" einstudierten. Ein Teil der Gruppe nahm an einem Foto-Workshop
unter Leitung eines französischen Freiwilligen teil.
Die Begegnung mit Schülern im Konarsky-Lyceum und die gemeinsame Rallye
durch den Ort Oswiecim lenkte den Blick an einem Tag der Reise von der
traurigen Vergangenheit in die Zukunft Europas. Den Abschluss der Fahrt
bildete das Kennenlernen der Stadt Krakau.
Der von der ARD gedrehte Film über das Zeitzeugengespräch wurde bereits am
Samstag, den 14.2. 2009 im Europamagazin gesendet.
|
- Zurück -
Studienfahrt 2008
"Meine lieben Leute", immer wieder beginnt Henryk Mandelbaum seine Erzählungen mit diesem Satz: "Meine lieben Leute, ich freue mich, dass Ihr hier seid." Zwanzig Schülerinnen und Schüler der /Baunatal sind tief bewegt. Da steht einer vor ihnen, der im März 1944 nach Auschwitz deportiert wurde: Häftlingsnummer 181 970. Der Zeitzeuge geht von Schüler zu Schüler und zeigt jedem seine Nummer. Mandelbaum wurde in Auschwitz-Birkenau dem Sonderkommando zugewiesen. Seine Aufgabe war es, die ermordeten Menschen aus den Gaskammern zu zerren und die Leichen der Opfer nach Wertsachen zu untersuchen. Bis heute kann er die Bilder des Schreckens nicht vergessen. Dennoch ist er ein Menschenfreund geblieben.Er betont, dass er an seine jungen Zuhörer glaubt, die in der Lage sind, Frieden zu stiften. Als das Gespräch zu Ende geht, stehen einige Schüler spontan auf und bedanken sich persönlich bei Mandelbaum. Dieser nimmt sie herzlich in den Arm.
Zum dritten Mal fuhren vom 9.-15. Februar 2008 Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 10 der Erich Kästner-Schule in das Konzentrationslager Auschwitz. Hier absolvierten die jungen Menschen mit ihren Lehrerinnen Marianne Hartung und Petra Pett ein umfangreiches Programm.
Nach einer Stadtführung durch den Ort Oswiecim, der erst durch die Nationalsozialisten den Namen Auschwitz erhielt, besuchte die Reisegruppe das Stammlager Auschwitz und wurde mit den Vitrinen voller Brillen, Haare, Koffer, Schuhe u.a. konfrontiert. Ins Außenlager Birkenau gingen die Schülerinnen und Schüler zu Fuß. Die Größe des Lagers, die vielen Menschen, die hier auf engstem Raum in Baracken untergebracht waren - dies alles war für die Schüler kaum vorstellbar. Vertieft wurde die Auseinandersetzung mit dem Holocaust durch den Besuch der Kunstausstellung, in der besonders die illegal entstandenen Zeichnungen von Häftlingen beeindruckten. Den tiefsten Eindruck hinterließ zweifelsohne die Begegnung mit dem 86jährigen Zeitzeugen Henryk Mandelbaum. Der Besuch der Maximilian-Kolbe-Kirche in Oswiecim richtete den Blick auf das christlich katholische Polen. In den künstlerisch gestalteten Bronzetüren der Kirche, die zu Ehren des mit der Giftspritze ermordeten Franzikanerpaters Kolbe errichtet wurde, fanden die Schüler christliche Symbole wie die Dornenkrone oder ein blutendes Kreuz neben den Holzbaracken von Birkenau und dem Krematorium.
Am letzten Tag in Oswiecim fand eine deutsch-polnische Schülerbegegnung statt. Die Erich Kästner-Schüler und -Lehrer besuchten gemeinsam mit einer Gruppe aus Guxhagen das Konarsky-Lyceum. 31 polnische Schüler und 38 deutsche Schüler erkundeten gemeinsam die Stadt Oswiecim in einer von Freiwilligen der Internationalen Jugendbegegnungstätte organisierten Stadt-Rallye.
Ein weiterer Programmpunkt war zum Abschluss der Fahrt der Besuch der Stadt Krakau mit ihren Sehenswürdigkeiten (Marienkirche, Tuchhallen, Universität, jüdisches Viertel Kazimierz).
Jeden Abend trafen sich die Lehrer und Schüler zur Nachbereitung des Erlebten, die auf ganz unterschiedliche Weise geschah: Gespräch, Diskussion, Malen, Texte, Lieder und das ganz intensive Abschiedsritual.
Daneben kam auch das Erleben der Gemeinschaft nicht zu kurz. Eva Carl und Leandra Scholz bereiteten eine Spielerunde vor. Lehrerin Pett bot einen Tanzkurs an. Froh war die Gruppe darüber, eine polnisch sprechende Schülerin mit dabei zu haben. Patrycja Grutza übersetzte die Fragen an den Zeitzeugen Henryk Mandelbaum und war bei allen sprachlichen Verständigungsschwierigkeiten zur Stelle.
 
|
- Zurück -
Studienfahrt 2007
Letzter Abend in Oswiecim (Auschwitz):
Zwölf Schüler sitzen nachdenklich auf dem Boden im Haus der Stille in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Auschwitz.
Sie denken nach über die Tage, die sie am Ort des Schreckens verlebt haben, wo ca. 1,5 Millionen Menschen ermordet wurden.
Die Größe des Lagers Birkenau macht ihnen zu schaffen. Kaum zu glauben, dass so viele Menschen auf so engem Raum lebten.
Es ist nicht vorstellbar, wie Menschen hier überhaupt überleben konnten. Erschüttert sind die Schüler über die Systematik,
mit der die Nationalsozialisten die Tötungsmaschinerie in Gang setzten. Einigen von ihnen fiel es schwer, über den Boden zu
laufen, auf dem einst so viele Menschen den Tod fanden
Zwölf Schülerinnen und Schüler der Erich Kästner-Schule machten, begleitet von den Lehrern Marianne Hartung und Wolfgang Weigand,
eine Studienfahrt in das Konzentrationslager Auschwitz. Hier verbrachten sie äußerst intensive Tage: Stadtführung durch die Stadt Oswiecim,
Führung im Stammlager Auschwitz, Fußmarsch nach Birkenau und dort eine 2 1/2stündige Führung, Begegnung mit dem 89jährigen Auschwitz-Überlebenden
Wilhelm Brasse, Besuch der Kunstausstellung und der Ausstellungen der Nationen im Stammlager, Gespräch im Zentrum für Dialog und Gebet,
Besuch des Konarsky-Lyceums, Begegnung mit polnischen Schülern und zum Abschluss Kennenlernen der Stadt Krakau mit ihrem jüdischen Viertel Kazimierz.
Nicht vergessen wird die Baunataler Gruppe das Gespräch mit Wilhelm Brasse, Häftling und Fotograf, der u.a. für den SS-Arzt Mengele Fotos machen musste. Brasse verlieh dem anonymen Lager mit seinen schrecklichen Ausmaßen ein Gesicht. Er berichtete immer wieder von Situationen, bei deren Schilderung ihm bis heute die Tränen fließen, z.B. wie sein Freund gehenkt wurde und er nichts dagegen tun konnte. Mit 89 Jahren entschied er sich, jungen Menschen von seinen Erfahrungen als KZ-Häftling zu erzählen. So waren die Baunataler die dritte Gruppe, der Brasse als Zeitzeuge begegnete. Besonders tief traf einige Schüler die Aussage Brasses, er habe eines Tages seine Mutter verflucht, weil sie ihn geboren habe. So schwer war es für ihn, das Leben im Lager auszuhalten. Umso beeindruckender, dass Brasse keinen Hass den Deutschen gegenüber kennt. Er möchte junge Menschen aufrufen, menschenfreundlich zu leben. Brasses Liebeswürdigkeit trotz der Erfahrung von Gewalt und Leid wird den EKS-Schülern und -lehrern in Erinnerung bleiben.
Nachdenklich stimmte Schüler und Lehrer auch das Gespräch mit Pfr. Dr. Manfred Deselaers, dem Leiter des katholischen Zentrums für Dialog und Gebet in Auschwitz. Für ihn ist Auschwitz der Ort, an dem die Fragen des Lebens am dichtesten gestellt werden. Am Ort der Herzlosigkeit will er Herzensarbeit betreiben. So bringt er verschiedene Gruppen ins Gespräch: Polen und Deutsche, Juden und Christen. In Zukunft will er in diesen Dialog auch die Muslime mit einbeziehen. Dialog schafft Vertrauen und Vertrauen verändert den Menschen. Dass immer wieder junge Menschen nach Auschwitz kommen, um sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen, macht ihm - genauso wie dem Zeitzeugen Wilhelm Brasse -Hoffnung für die Zukunft Europas.
|
Schülertexte
 Anja Mielczarek |
 Anna Engelhardt |
 Anna Thießen |
 Christine Bahr |
 Fabian Leck |
 Katharina Hellmund |
 Kübra Todil |
 Luke Görig |
 Nadine Dung |
 Vanessa Zosel |
 Simon Stöckel |
|
Bilder
- Zurück -
|