Erich Kästner - Schule
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Nationaler Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus 2012

126 Schüler beginnen ihren Schultag mit einer halben Stunde Stille und Besinnung.
Anlässlich des nationalen Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus trafen sich die Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 10 und ihre Lehrerinnen und Lehrer in der Aula der EKS zu einem Gedenkgottesdienst. Diesen hatte eine Lerngruppe im Fach "Religion" vorbereitet. Nach einer Einführung verlasen die Zehnt-Klässler 33 Namen, stellvertretend für die über 90 ermordeten Juden aus Schauenburg. Ein Text aus dem Buch von Elie Wiesel "Gezeiten des Schweigens" machte die Zuhörer aufmerksam. Wiesel schildert den Beginn der Deportation. Alle Juden werden zusammengetrieben. Sie werden von dem Zeugen beobachtet. Das gleichgültige Gesicht am Fenster kann der Schriftsteller nie vergessen. "Wären wir auch Zeuge gewesen, ein Zeuge, der sprachlos bleibt und nicht handelt?" Die Schülerinnen und Schüler bezogen in einem kleinen Anspiel die Geschichte Wiesels auf Situationen in der heutigen Zeit. "Handeln wir, wenn jemand zum Außenseiter wird?"
Den Gegenpol zum "Zeugentext" bildeten Gedanken des südafrikanischen Bischofs Desmond Tutu vom Traum einer großen Menschheitsfamilie und die Mahnung der Bibel aus dem 1. Petrusbrief: "Nehmt Anteil am Leben des andern und liebt euch wie Brüder und Schwestern." Die stille Feier endete mit dem Friedensgebet des Heiligen Franz von Assisi, mit dem das Anliegen des Gottesdienstes zum Ausdruck gebracht wurde: "Hilf uns, Gott, nicht gleichgültig zu werden." Für die musikalische Gestaltung sorgten Jana Schulz, Benjamin Jansen und Felix Tille.

Zwei Tage vorher hatten zehn Schülerinnen und ein Schüler des Jahrgangs 10 einen nachdenklichen Elternabend zum Thema "Holocaust" gestaltet. Sie teilten ihren Eltern damit mit, was sie im Unterricht und an einem Projekttag als Vorbereitung auf ihre Studienfahrt nach Auschwitz im März 2012 gelernt hatten. Literarische Texte, ein Lied in jiddischer Sprache und Gedichte von Zeitzeugen beeindruckten die Eltern. Louisa Regel fasste ihre Gedanken in einem eigenen Gedicht zusammen. Die Eltern staunten über die Ernsthaftigkeit ihrer Kinder und über die Intensität, mit der Gelerntes zur Sprache gebracht wurde.

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