(BA, 11.03.2010)
(Quelle: www.datev.de, 12.01.2010)
(Nürnberger Nachrichten, 13.01.2010)
(Oktober 2009)
Die Seebergschule nimmt Abschied von zwei Kollegen, die in unterschiedlichen Bereichen wichtige Akzente gesetzt haben: Helga Dörries, die den Sprachheilunterricht gestaltete, und Gerd Richter, der den Aufbau der Seebergschule fast von Beginn an mittrug. Schulleiter Thomas Knörr ließ im Rahmen einer Feier gestern Nachmittag ihre Werdegänge Revue passieren.
Helga Dörries trat 1971 als APL-(außerplanmäßige Stelle) Lehrkraft in den öffentlichen Dienst ein. An der Schule in Breitenbach wurde ihr bereits nach einem halben Jahr die Verantwortung für eine Sonderschulklasse übertragen. Auf eigenen Wunsch ließ sie sich nach Groß-Gerau versetzen und legte dort das zweite Staatsexamen ab.
Sie setzte ihre berufliche Laufbahn an der Goetheschule, einer Schule für Lernbehinderte, fort. Als man in Hessen in den 70er Jahren das Sonderschulwesen weiter ausbaute und hierfür Lehrer gefragt waren, ging sie ein weiteres Mal zur Universität zurück und studierte in Marburg. Sie setzte ihre berufliche Laufbahn nicht nur an Sonderschulen fort, sondern war mit dem Schwerpunkt Sprachheilunterricht zeitweise an sechs weitere Einrichtungen abgeordnet.
1984 begann sie an der heutigen Seebergschule. "Ihre Arbeit in der Sprachheilkunde hat viele Früchte getragen", erklärt Thomas Knörr. "Sie sind ein Verlust für uns, den wir gemeinsam kompensieren müssen."
Gerd Richter ist ein Bensheimer Bub, der am AKG sein Abitur ablegte. Sein weiterer Weg führte ihn 1968 zum Studium nach Frankfurt, Gießen und Marburg. Er zählt zu den ersten Absolventen in der Fachrichtung "Geistige Behindertenpädagogik". Sein Referendariat absolvierte er an der Schule für Praktisch Bildbare in Bensheim, die 1993 den Namen Seebergschule bekam.
Übergangslos setzte er in dieser Einrichtung nach dem Zweiten Staatsexamen seine Tätigkeit fort. Er war über 20 Jahre Leiter der Grundstufe. Somit zählte zu seinen Aufgaben, die Hessischen Richtlinien in den Unterrichtsablauf zu implementieren.
Richter war nicht nur in der Schule aktiv. Er setzte im politischen Leben über Bensheim hinaus Zeichen. Er kandidierte 1983 auf der Liste der Grünen zur Bundestagswahl. Im Kreistag war er Fraktionsvorsitzender und arbeitete dort im Kulturausschuss mit.
"Ohne dein politisches Engagement wäre der Sport- und Therapiebereich in unserer Schule wohl nicht so schnell realisiert worden", machte Knörr die knappe Mehrheitsentscheidung damals im Kreistag deutlich.
Ebenso tatkräftig gestaltete er den Gesamtpersonalrat mit. Durch seinen Einsatz habe er viel für das Kollegium leisten können. "Neben dem großen pädagogischen Geschick, von dem in den letzten 35 Jahren sehr viele Schüler aber auch Kolleginnen, Praktikantinnen und Referendare profitierten, trat er insbesondere für die Belange der Kollegen ein", hob Knörr hervor. Er ergänzte "Wir werden deinen streitbaren Geist vermissen". Gerd Richter habe stets den Grundsatz beibehalten, dass man als Landesbediensteter nicht nur Rechte hat, sondern auch seinen Pflichten nachzukommen hat.
Carmen Conrath vom Personalrat unterstrich, wie sehr das Kollegium sein Engagement zu schätzen wisse. Vor allem als es um einen Wechsel der Leitung ging. Man verzeichnete einen für die Entwicklung der Schule so wichtigen Erfolg, als man bei der Besetzung der Stelle klare Vorstellungen bei den verantwortlichen Behörden anbrachte und tatsächlich auf Gehör stieß.
Norbert Faber von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft bedankte sich bei Gerd Richter für die konstruktive Mitarbeit im Gremium. Er sei seit Jahrzehnten "ein Aktivposten für die Schulpolitik" gewesen.


















