Seit Jahren erforscht unser ehemaliger Schulleiter Dr. Hans Thiel das Schicksal jüdischer Schüler und Lehrer der Helmholtzschule in der Nazizeit. (Einzelheiten beim Verein ehemaliger Helmholtzschüler) Seiner Initiative ist es zu verdanken, dass jetzt eine Gedenktafel des Frankfurter Künstlers Günter Maniewski für diese Menschen im Foyer der Schule angebracht wurde.
Am 10. November 1999 wurde die Tafel in einer von Chor und Orchester umrahmten Feierstunde enthüllt.
Das Programm umfasste die folgenden Punkte
Rede des Schulleiters
Rede des Sprechers der Schülerschaft Michael Wiederstein
Paul
Celan: Todesfuge - gelesen von zwei
Schülerinnen der Theatergruppe
Rede des Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Frankfurt , Dr. Salomon Korn (Abiturient der Helmholtzschule 1964)
Enthüllung der Tafel durch Herrn Dr. Thiel
Dr. Salomon Korn wandte sich ebenfalls an die Jugend; zum Nachdenken und Diskutieren gab er ihr folgende Überlegung auf den Weg:
- Das Linnésche System der Natur sei ein Ordnungssystem mit dem (weißen) Menschen an der Spitze gewesen,
- daraus habe man aber ein Wertesystem gemacht,
- ebenso habe man den Kampf ums Dasein , wie ihn der wissenschaftliche Darwinismus in der Tierwelt konstatiert, zu einer Norm im sozialen Leben, zum 'Recht des Stärkeren' pervertiert,
- kennzeichnend für den Menschen sei aber, dass er sich seit einigen Tausend Jahren Gesetze gebe, die ihn von der Tierwelt radikal unterschieden,
- dies sei das Gebot des Alten Testaments, des Neuen Testaments und aller großen monotheistischen Religionen,
- Abweichung vom Gebot der Nächstenliebe sei somit ein Rückfall des Menschen in die Tierwelt.