Liebigschule – Europaschule     

 

Was bedeutet das?

Seit 1995 ist die Liebigschule nach Jahren der assoziierten Mitgliedschaft eine Kernschule im Kreis der Hessischen Europaschulen. Im Jahre 2000 kam es zu einer Änderung des Programms der Europaschulen. Dies bedeutete Veränderung, Neudefinition und Umorientierung, stellte aber die Existenz des Programms nicht zur Disposition. Die Hessischen Europaschulen gibt es nach wie vor, es sind sogar mehr geworden (und damit die zur Verfügung stehenden Mittel weniger).

Doch wir dürfen nicht klagen: die Idee lebt weiter, und die Liebigschule hat Anteil daran. Wir können nach wie vor ein Programm machen, das uns wichtig ist und der Schule und ihren Schülerinnen und Schülern nützt. Die neue Ausrichtung mag nicht allen gefallen, aber sie ist eine Antwort auf eine geänderte Politik und auf geänderte Bedürfnisse. Es werden neue Schwerpunkte gesetzt, aber es liegt an uns, Aspekte, die uns wichtig sind, zu bewahren. Das können wir tun, und das tun wir, wie Sie den weiteren Ausführungen entnehmen können.     Manfred Eichenauer

 

Die Ziele der Europaschule

Seit 1995 gehört die Liebigschule zu den hessischen Europaschulen. Vor allem die enge Zusammenarbeit mit dem Lycée Francais de Francfort, der bilinguale Zweig sowie die Vielzahl von Austauschfahrten waren die Gründe dafür, dass unsere Schule als landesweit erstes und für fünf Jahre auch einziges Gymnasium diesen mit einer besonderen finanziellen Förderung verbunden Status erhielt. Die Liebigschule hat sich nach einem neuen Konzept, das mit Hilfe des britischen Professors Gordon Bell (University of Leeds) erarbeitet wurde, zu einer standortverbundenen Schule mit Ganztagsangeboten entwickelt, die sich an den Bildungsbedürfnissen eines vereinten Europas auszurichten versucht.

Zur Umsetzung der Ziele - interkulturelle Erziehung, ökologische Bildung, Erweiterung des Angebots, Sicherung der Qualität der Schule - wurden entsprechende Strukturen geschaffen: In Gremien wie der Pädagogische Planungsgruppe sowie den Bereichsgruppen arbeiten Lehrer, Schüler und Eltern gemeinsam am Programm der Liebigschule.

Der Regierungswechsel in Hessen führte im Schuljahr 1999/2000 zu einer Überarbeitung der Inhalte und Organisationsstrukturen. Die Anforderungen des Hessischen Kultusministeriums an die Liebigschule als Europaschule beschränken sich nun auf die Bereiche "Europäische Dimension" sowie "Methodenlernen und Qualitätssicherung". Um bewährte Projekte beibehalten zu können, bewarb sich die Liebigschule darüber hinaus erfolgreich um Aufnahme in den Kreis der Schulen mit Ganztagsangeboten sowie die Teilnahme am Ökologie-Programm der Bund-Länder-Kommission für Bildungsfragen "Bildung für nachhaltige Entwicklung".

 

Die Organisation der Europaschule

Zum Schuljahr 2000/2001 veränderte das Hessische Kultusministerium die Vorgaben für alle hessischen Europaschulen. Dies machte eine Neustrukturierung der programmbezogenen Gremien an der Liebigschule unumgänglich. Die neue Organisationsstruktur betrifft alle Programme, in denen sich unser Gymnasium engagiert, also

n die Liebigschule als Europaschule

n die Liebigschule als Schule mit Ganztagsangeboten

n die Liebigschule als Teilnehmerin im Programm
        "Bildung für nachhaltige Entwicklung".

All diesen Bereichen ist als koordinierendes Organ die "Pädagogische Planungsgruppe der Liebigschule" übergeordnet.

Die Bereiche Ganztagsangebote und das Programm "Bildung für nachhaltige Entwicklung" bilden sogenannte Bereichsgruppen, in denen alle Aktivitäten geplant und besprochen werden. Das Europaschulprogramm untergliedert sich in die drei Bereichsgruppen "Europäische Dimension", "Organisation und Qualitätssicherung" sowie "Methodenlernen". In diesen drei Bereichsgruppen arbeiten ebenso wie im Bereich "Ganztagsangebote" Delegierte aus den Fachkonferenzen und Freiwillige aus dem Kollegium sowie Eltern- und Schülervertreter mit. Sie tagen regelmäßig, wachen über die Projekte ihres Bereichs, erstellen Aktionspläne und führen diese aus, wählen einen Leiter, der Beiträge zu dem vom Kultusministerium geforderten Halbjahres- und Jahresbericht der Liebigschule liefert und in der Pädagogischen Planungsgruppe mitarbeitet. Die Teilnahme am Programm "Bildung für nachhaltige Entwicklung" ist ausschließlich auf das freiwillige Engagement von Schülern, Lehrern und Eltern gegründet.

Die Projekte der Europaschule

Die drei Bereiche des Europaschulprogramms sowie die Arbeitsgruppen zu Ganztagsangeboten und dem Programm "Bildung für nachhaltige Entwicklung" setzen sich die Schwerpunkte ihrer Arbeit am Schulprogramm nach den inhaltlichen Vorgaben des Hessischen Kultusministeriums und der Bund-Länder-Kommission für Bildungsfragen.

Die Bereichsgruppe "Europäische Dimension" arbeitet an der kontinuierlichen Fortschreibung des auf Europa ausgerichteten schulischen Curriculums, plant multilaterale Internet-Projekte und Austausche sowie die internationalen Betriebspraktika in London und Grenoble, pflegt das bilinguale Angebot und die Beziehungen zu den Partnerschulen in Argentinien, England, Frankreich, Italien, Polen, Russland, Spanien und den USA, entwickelt interkulturelle Integrationsprojekte und koordiniert die Teilnahme an europäischen Programmen wie "Comenius" und "Sokrates" sowie der Einführung eines EU-Sprachenpasses.

Die Bereichsgruppe "Methodenlernen" sorgt für die Verbreitung neuester Lehr- und Lernmethoden auch im Hinblick auf die elektronischen Medien, Lehrerfortbildung sowie ein programmgemäßes Angebot an Materialien, Arbeitsmitteln und pädagogischer Literatur, pflegt Kontakte zu Grundschulen, fördert mit dem Schüler-Streitschlichter-Programm sowie der Patenschaft älterer für jüngere Schülerinnen und Schüler Eigenverantwortung und Engagement der Jugendlichen und versucht schließlich, diese durch das bewusste Vermitteln von Lernmethoden auch für ein lebenslanges Lernen zu befähigen.

Die Bereichsgruppe "Organisation und Qualitätssicherung" sorgt sich um die Strukturen, welche den Erfolg des Unterrichts und der zusätzlichen Projekte erst ermöglichen. Fragebögen für Schüler, Eltern, Lehrer und außerschulische Kooperationspartner über die Qualität des Angebots, Lernstandsfeststellungen und Personalentwicklungskonzepte werden ausgearbeitet, Verfahren zur Evaluation trainiert, die eigene Arbeit kritisch bewertet. Der Austausch mit anderen Europaschulen und gegenseitige Besuche dienen der Überprüfung der alltäglichen Arbeit aus der Sicht eines Außenstehenden.

Die Bereichsgruppe "Ganztagsangebote" plant und betreut die vielen Projekte, die an allen Werktagen nach der sechsten Stunde angeboten werden: Von A wie "Astronomie AG" bis Z wie "Zirkus Seifenblase". Sportliche, künstlerisch-musische und naturwissenschaftliche Projekte stehen zur Auswahl.

Die Bereichsgruppe "Bildung für nachhaltige Entwicklung" kümmert sich um ökologische Aspekte im Curriculum, Energieeinsparungen, Mülltrennung, Ernährung und Management an der Liebigschule. Sie bereitet unser Gymnasium außerdem auf die Durchführung eines Öko-Audits vor.

Die Teilnahme an vielen Veranstaltungen ist für Schülerinnen und Schüler kostenlos. Alle Projekte werden aus öffentlichen Mitteln gefördert. Die Zuschüsse des Hessischen Kultusministeriums etwa zu den Kosten der zahlreichen Austauschfahrten fallen seit der Erweiterung des Kreises der Europaschulen im Jahr 2000 jedoch geringer aus als zuvor.

Jörn Koppmann

 

 

Jahresbericht 10

Großen Evaluation 2010