Zusammenarbeit zwischen Liebigschule und Grundschulen


Für die meisten Kinder in Deutschland wird schon im Alter von etwa 10 Jahren über den zukünftigen Bildungsweg entschieden. Sie verlassen nach 4 Jahren ihre Grundschule und wechseln auf eine weiterführende Schule über. Dieser Wechsel ist für viele mit unterschiedlichen Ängsten und Hoffnungen verbunden: Angst vor der Größe der neuen Schule, vor dem Verlust der alten Freunde, vor Isolation, vor schulischem Versagen, vor den neuen Lehrern und Lehrerinnen und vor dem Verlust der vertrauten pädagogischen Bezugsperson. Dagegen steht die Hoffnung, eine neue Klassengemeinschaft aufbauen zu können, neue Freunde zu finden und Lehrer zu bekommen, die Verständnis für alle Nöte haben. Aber auch Neugier prägt den Übergang ( neue Fächer etc.). Viele Dinge an der weiterbildenden Schule sind anders und bereiten den Neulingen zunächst z.T. gravierende Schwierigkeiten. Sie müssen sich an die große Anzahl der Lehrer gewöhnen, an neue Klassenkameraden u.v.m. Oft sind sie mit einem abrupten Wechsel der Lehrmethoden konfrontiert. Seit etwa 4 Jahren gibt es nun eine Arbeitsgruppe von Liebigschullehrern und Grundschullehrern, die sich in unregelmäßigen Abständen an der Liebigschule trifft, um gemeinsam Möglichkeiten zu erarbeiten, diesen Übergang problemlos zu gestalten. Die Reflexion der eigenen Aufgaben und Ziele und die der gegenseitigem Erwartungen sowie die Anerkennung unterschiedlicher Kompetenzen und Lehrsituationen standen am Anfang. Gegenseitige Besuche im Unterricht (Lehrer besuchen Lehrer und Klassen, Klassen besuchen Klassen), curriculare Absprachen und die Vermittlung direkter Kontakte zwischen den Klassenlehrern der Grundschule und denen der 5. Klassen der Liebigschule sind nur drei der bisher erzielten Resultate. Die Umgestaltung der 1. Schulwoche der Schulneulinge an der Liebigschule ist ebenfalls erwähnenswert: Soweit wie möglich, werden die Schüler der 5. Klassen zunächst nur von ihrem Klassenlehrer betreut, der sie mit ihrer neuen Umgebung vertraut machen soll, die Klasse gestaltet und durch Die weitere Arbeit der Arbeitsgruppe besteht darin, noch mehr Kontinuität in Erziehungs- und Unterrichtsfragen zu entwickeln und so durch Kooperation bei der Gestaltung der Übergänge den Bedürfnissen der Schüler der 5. Klassen gerecht zu werden.

Insgesamt muss in der Zukunft die Abstimmung der Arbeit an den Grundschulen und an den Gymnasien intensiviert werden und zu einem festen Bestandteil der Arbeit des Lehrers allgemein werden.

Christiane Suliman