Das Patenschaftsprojekt

  "Rocco und Daniel sind böse!", schreiben eifrige Fünftklässlerhände an die Tafel als Begrüßung der Oberstufenschüler zu einem Bastelnachmittag in der Adventszeit. Wie kann es möglich sein, dass die sogenannten bösen "Großen" extra für die Fünftklässler einen solchen Nachmittag organisieren und mit ihnen gemeinsam gestalten? Seit einen halben Jahr bietet Frau Büchler-Carter ein Patenschaftsprojekt an der Liebigschule an, das großen Andrang bei den Schülern findet. Im Rahmen dieses Projekts fanden dieser und andere gemeinsame Nachmittage statt. "Was ist das für ein Projekt, bei dem Oberstufenschüler ihre wertvolle Zeit mit solchen Kindereien vergeuden?", fragen sich vielleicht manche Eltern. Doch wenn man die Projektteilnehmer fragt, so hört man, dass bei dieser "Kinderei" organisatorische Fähigkeiten geweckt werden und sie dazu beiträgt, das Verhältnis zwischen "Großen" und "Kleinen" zu verbessern, so dass die Fünftklässler auch mal ihre Paten um Rat fragen, wenn die mit irgend etwas nicht zurechtkommen. Sie stoßen auf hilfsbereite "Kummerlöser", die versuchen, im Streitfalle zu vermitteln. Die gemeinsamen Veranstaltungen dienen in erster Linie dazu, Kontakt herzustellen. Die "unvermeidbaren" Nebenwirkungen sind, dass es allen Spaß macht. Man muss improvisieren, man lernt, sich in andere hineinzuversetzen, richtig zuzuhören und dann Verantwortung zu übernehmen.

A. Büchler-Carter