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Konfliktmanagement und Gewaltprävention an der Liebigschule
Spätestens seit dem Massaker an dem Erfurter Gutenberg-Gymnasium im April 2002 ist die deutsche Öffentlichkeit aufgeschreckt, und es wird verstärkt gefordert, dass Methoden der gewaltfreien Konfliktlösung auch an Schulen vermittelt werden.
Wenn Jugendliche dazu in die Lage versetzt werden, ihre Probleme selbstständig bzw. untereinander ohne die Hilfe von Erwachsenen sinnvoll zu lösen, so wird dadurch ihre soziale Kompetenz entschieden gestärkt.
Die Liebigschule hat bereits im Frühjahr 1996 ein Konzept zur Gewaltprävention entwickelt, das seitdem auch erfolgreich praktiziert wird und auf Bundesebene ausgezeichnet wurde.
Dieses Modell beruht auf drei Säulen:
Unser Programm I. Betreuung der Fünftklässler durch die Mentoren (z.B. Bekanntmachen mit dem Anti- Gewalt-Konzept 'Cool sein - Cool bleiben') Konfliktsensibilisierung in Klasse 5 im Regelunterricht In diesem Zusammenhang wird das Verfahren einer Streitschlichtung erklärt, und den Schülerinnen und Schülern wird die Möglichkeit geboten, an einer Probeschlichtung teilzunehmen. Um die FünftklässlerInnen für die friedliche Lösung von Konflikten zu sensibilisieren, wird ferner der vom Präventionsrat der Stadt Frankfurt herausgegebene Comic 'Cool sein - Cool bleiben' von mir eingesetzt. Die in diesem Comic dargestellten Erlebnisse finden großen Anklang bei unseren SchülerInnen. II. Freiwillige Teilnahme an der Ausbildung zum Mediator in Klasse 7 und 8 In diesem Projekt liegt der Schwerpunkt auf dem Erlernen der Regeln des Schlichtungsablaufes und der allmählichen Übernahme der Schlichter-Rolle. Den Schülern werden Techniken der Gesprächsführung und Streitschlichtung vermittelt, z.B. bestimmte Bausteine eines Schlichtungsgespräches. Das Ziel ist, dass die erlernten Techniken und der neue Umgang mit Konflikten durch regelmäßige Anwendung Eingang in den Schulalltag finden, indem eine bestimmte Anzahl von ausgebildeten Mediatoren ihren Mitschülern Hilfestellung bei der Lösung von Konflikten anbietet. Es gibt an der Liebigschule qualifizierte Mediatoren in den Jahrgängen 10 und 12. Momentan wird die vierte Gruppe von StreitschlichterInnen ausgebildet; die 20 Teilnehmer sind aus den Klassen 8 und 9. Sie werden ihre Tätigkeit als Mediatoren im Laufe des Schuljahres aufnehmen. Durch die Schlichtungen wird das Selbstvertrauen der Mediatoren und der Kontrahenten gestärkt. Die Schlichter übernehmen Verantwortung für die Gemeinschaft. III. Ab Klasse 10 Möglichkeit zur Teilnahme am Mentorenprojekt (In diesem Zusammenhang bieten wir ein spezielles Training im Rahmen der Kampagne der Stadt Frankfurt "Cool sein - Cool bleiben" an.) Alle Liebigschüler können im Konfliktfall an einer Mediation teilnehmen, die entweder von Streitschlichterinnen oder Streitschlichtern oder von mir, ihrer Ausbilderin, durchgeführt wird. Sie und Ihr Kind können im Moment keine befriedigende Lösung für ein gemeinsames (schulisches) Problem finden? Für diesen Fall besteht das Angebot, einen Schlichtungstermin mit mir zu vereinbaren. Die Liebigschule steht in enger Kooperation mit außerschulischen Beratungsstellen und Institutionen. Arleen Büchler-Carter
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Streitschlichtung (Mediation) Wir sind Streitschlichter und Streitschlichterinnen der 10. Klasse und haben mittlerweile ca. 1 ½ Jahre praktische Erfahrung im Lösen von Konflikten. Das Ziel der Streitschlichtung ist, dass die Konfliktpartner selbst zu einer Lösung ihres Streits kommen. Die Mediatoren wirken hier nur als eine Art „Schiedsrichter“. Wir sorgen dafür, dass sich die Streitenden ausreden lassen, sich nicht beschimpfen und sich auf eine sinnvolle Lösung einigen. Bei einer Schlichtung gibt es vier Schritte, zuerst kommt die Einleitung. Man erklärt den Kindern die Regeln, an die sie sich halten müssen. Dann erläutern die Parteien nacheinander, was sich ereignet hat. Die Streitenden überlegen anschließend, was sie selbst zum Konflikt beigetragen haben. Danach suchen sie eine Lösung und zuletzt hält man die Vereinbarungen, auf die sich die Streitenden geeinigt haben, in einem Vertrag schriftlich fest. In den Konflikten geht es meistens um Mobbing, Sachbeschädigungen, Beleidigungen oder Streitereien zwischen verschiedenen Altersklassen. Manchmal ist es auch schon zu kleineren Prügeleien gekommen, die wir dann schlichten. Viele Leute glauben, die Streitschlichter würden in jeder Pause auf dem Schulhof herumlaufen, um direkt vor Ort zu schlichten. Jedoch ist es so, dass die SchülerInnen selbst eine Schlichtung einleiten, indem sie zu Frau Büchler-Carter oder ihrem Klassenlehrer/ihrer Klassenlehrerin gehen und ihr Problem schildern. Damit die jüngeren Schüler keine Angst haben, sich an uns oder an die Lehrer zu wenden, bieten wir Probeschlichtungen für die Fünftklässler an. Das Schlichten macht uns auch großen Spaß, da wir den Kindern so vermitteln können, dass das gewaltsame Lösen von Konflikten sich nicht lohnt. Auch wir selbst konnten lernen, wie wir uns in Konfliktsituationen innerhalb der Schule oder privat richtig verhalten und wie wir diese friedlich lösen können. Stellvertretend für die Gruppe: Nina Bourdeaux, Angelika Horst, Sabrina Kumpf, Marleen Wahl (alle 10b) |
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