Produktionsverlauf

Nach dem Auftrittsverbot und damit dem abrupten Ende der ersten Musicalproduktion "Kleine Lady" wollten wir so schnell wie möglich wieder auf die Bühne. Was wir dazu benötigten, war ein gutes Script. Und diesmal sollte es etwas sein, was in keiner nur entfernten Weise irgendwelche Urheber- oder Aufführungsrechte berührte.
Um dem harten Kern der Theatergruppe den Frust des abrupten Endes der ersten Produktion vergessen zu lassen und um Anregungen für ein neues Stück zu erhalten reisten wir zusammen in den Osterferien nach London. Auf dem Programm standen Musicalbesuche vor und hinter der Bühne. Im Mittelpunkt stand der Besuch der Musicalaufführung Annie.

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... am Bühneneingang
L2
... auf der Bühne von Annie
L3
Dressingroom mit den Hauptdarstellern (Waisenkinder)

Unsere jungen Schauspieler bekamen so die Gelegenheit, das Originalmusical ANNIE auf der Londoner Bühne zu sehen und danach die Profidarsteller ihrer eigenen Rollen backstage zu treffen.
Der Rundgang hinter und auf der Bühne und die Gespräche mit den Profis waren für unsere Akteure ein Erlebnis der besonderen Art.
Die Annie unserer "Kleinen Lady", Isabella, war nicht mit auf der Reise, weil sie zu diesem Zeitpunkt wieder in ihr Heimatland Italien umgesiedelt war. Trotzdem ließ es sich die Hauptdarstellerin der Annie in London, Vanessa Smart, nicht nehmen, einen lieben Gruss (siehe nebenstehende Notiz) an Isabella zu senden.

Wir, das Produktionsteam Helga Daub und Torsten Eßl, hasteten in den drei London-Tagen von Musical zu Musical (Martinee, Nachmittagsshow, Abendvorstellung),

um uns vor und hinter der Bühne der einzelnen Theater Inhalte, Showabläufe, Bühnen- und Kulissentechnik an- und abzuschauen.

Mit all diesen neuen Eindrücken gingen wir im Frühsommer an die Arbeit. Helga ans Schreiben einer neuen Story, Torsten an die Entwürfe für Kulisse und Bühnentechnik.
Nach ca. zwei Monaten hatten wir ein Rohgerüst der Stroy und die Entwürfe für die Bühnentechnik fertig.
Arbeitstitel: Goldrausch.
Die Kulissentechnik war ein Sorgenkind bei der ersten Produktion. Hier musste unbedingt etwas verändert werden, damit das Bühnenbild flexibler einsetzbar ist und auch die Umbauten schneller zu bewältigen sind. Also entwarf Torsten ein Bühnenbild aus drei variablen Elementen, die über Rollen verschoben werden konnten.

Wir mieteten einen leerstehenden Bunker in der Nähe der Schule und benutzen die Räume als Werkstatt zum Bau der Kulissenelemente. Das bedeutete für die älteren der Theatergruppe, neben Schauspielern war nun auch handwerkliche Begabung gefragt, neben dem Engagement für das Kulissenbauen auch das Opfern von viel Freizeit.

Aber es hat allen viel Spaß gemacht und die Gruppe richtig zusammen geschweisst.
Eine andere Herausforderung der Produktion waren die Kosten. Hatten wir beim ersten mal noch mit minimalem Aufwand gearbeitet und die meisten Materialien, Requisiten und Kostüme geliehen oder durch Spenden erworben, waren wir jetzt auf uns alleine gestellt.
Geld musste her. Hier halfen uns die Lehrerkollegen und -innen, mit denen wir an unserer Schule einen Flohmarkt veranstalteten, dessen Erlös zur Deckung unser Materialkosten verwandt wurde.

Die Proben verliefen erstaunlich diszipiniert und ohne nennenswerte Verzögerungen. Das lag zum einen daran, dass die meisten Mitwirkenden schon Erfahrung aus der vorherigen Produktion mitbrachten und zum anderen an der Tatsache, dass viele nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Kulissen- und Requisitenbauer, Techniker, Organisator und sogar als Regieassistentin (Linda Gribbin) beteiligt waren.

Am 30. Januar 1981 konnte schließlich die Premiere mit dem Titel "Goldene Zeiten" auf der großen Bühne im Bildungs- und Kulturzentrum Höchst vor ausverkauftem Haus stattfinden.

 

Programm

Um es vorweg zu nehmen. Der ersehnte Erfolg blieb aus. Das Musical "Goldene Zeiten" war ein Flop. Zwar hatten wir es geschafft, die neue bewegliche Kulissentechnik einzusetzen und damit ein interessantes und abwechslungsreiches Bühnenbild zu zeigen, aber Story und Songs sprachen das Publikum nur mäßig an.

Flohmarkt


Wir hakten dieses Kapitel der Robert Blum Theatergeschichte unter dem Thema: "Erfahrungen sammeln" ab und beschlossen, nur noch ein einziges Mal und zwar im Bürgerhaus Eppstein mit dem Musical "Goldene Zeiten" aufzutreten. Zur Finanzierung musste ein weiterer Flohmarkt herhalten. Danach stellten wird im April 1981 alle Arbeiten am Projekt "Goldene Zeiten" ein.