Grundstufe
Die Grundstufe der ASS wird in der Regel von Schülern des ersten bis vierten Schuljahrs besucht. Die jahrgangsübergreifende Gruppenbildung erleichtert den Erstklässlern den Übergang vom Kindergarten in die Schule. Die Schüler kommen in eine bereits bestehende Gruppe. Durch das Vorbild der Älteren gelingt es ihnen leichter, soziale Normen, Regeln und Rituale zu praktizieren (Nachahmungsbedürfnis). Gerade Kindern mit erhöhtem Förderbedarf ist das oft eine Hilfe, um sich in dem neuen Umfeld zu orientieren.
Folgende Tabelle weist die Förderschwerpunkte innerhalb der ersten Schuljahre auf. Die aufgezählten Punkte sind Grundvoraussetzung, um ein erfolgreiches Lernen zu ermöglichen. Es kann vorkommen, dass auch bei älteren Kindern erst einmal diese Grundvoraussetzungen geschaffen werden müssen. Kinder die innerhalb eines Schuljahres in die Klasse kommen, da sie den Anforderungen der Regelschulen nicht gewachsen waren, verfügen oft über ein sehr negatives Selbstbild. Bei ihnen ist es häufig notwendig, erst einmal die emotionalen Fähigkeiten zu schaffen, bzw. wieder aufzubauen, da sie durch Misserfolg und Frustration über ein äußerst negatives Selbstwertgefühl und fehlende Lernmotivation verfügen. Das kann sich in verschiedenen Verhaltensauffälligkeiten zeigen.
Förderung kognitive Kompetenzen
u.a.:
- Auditive/visuelle Diskriminationsfähigkeit
- Auge – Hand – Koordinatio
- Motorik (Fein-, Grob- und Grafomotorik)
- Vorstellungsfähigkeit anschauliches Gedächtnis für Größen und Beziehungen
- Raum-Lage-Orientierung
- Zahlbegriffs und Zahlverständnis
- Konzentrationsfähigkeit
Förderung soziale und emotionaler Fähigkeiten
u.a.:
- Pos. Selbstkonzept, Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl
- Fähigkeit zur Selbstregulation
- Empathie und Aufgeschlossenheit
- Kooperations- und Kontaktfähigkeit
- Motivation
- Ausdauer
- Kommunikative Fähigkeiten
Tabelle: Grundkompetenzen des Lernens
Aufgrund einer veränderten Schülerschaft, bei der neben der Förderung der kognitiven Fähigkeiten auch immer mehr die Förderung der sozialen Kompetenz im Vordergrund steht, ist die Förderung der kommunikativen Fähigkeiten ein wichtiger Aspekt geworden. Gruppengespräche, Projekte und gemeinsame Unternehmungen sollen den sozialen Umgang miteinander fördern und das Gruppengefühl stärken. Dazu ist es jedoch auch notwendig, den Unterricht spontan an die Gegebenheiten anzupassen. Konflikte, Probleme und Unklarheiten müssen sofort angesprochen und gemeinsam geklärt werden können. Um den Schülern Orientierung und damit Sicherheit zu geben, ist der Unterricht in der Grundstufe stark ritualisiert.
Bei der Vermittlung der weiteren Lerninhalte wird weitgehend Versucht, dass die Lerngruppe an einem Thema arbeitet. Die Übungsmaterialien werden dem individuellem Lernstand des Einzelnen angepasst. Im Mathematik- und Deutschunterricht werden regelmäßige Lernstandsanalysen durchgeführt, um die individuellen Fortschritte und Probleme der Schüler zu ermitteln.
Mittelstufe
In der Mittelstufe werden, je nach Stand der kognitiven und/oder emotionalen und sozialen Entwicklung Schüler des 4. bis 7 unterrichtet. Auch in der Mittelstufe sind die Lernvoraussetzungen sehr unterschiedlich. Die Schwerpunkte der Arbeit in der Mittelstufe sind:
- Emotionale Förderung und Stabilisierung des Selbstwertgefühls
- Stabilisierung des Arbeitsverhaltens
- Aufbau von Sozialkompetenz
- Aufbau von sprachlicher Kompetenz
- Ermöglichen von Erfolgserlebnissen verbunden mit Wissenszuwachs
- Erweiterung des Umweltwissens im Rahmen der
Verkehrserziehung
(Zusammenarbeit mit der Jugendverkehrsschule)
Gemeinsames Konzept der Grund- und Mittelstufe
Der Übergang der Schüler von der Grundstufe in die Mittelstufe wird neben dem Alter auch durch die kognitive und sozial/emotionale Entwicklung bestimmt. Aus pädagogischen Gründen können Schüler also länger in der Grundstufe verbleiben, oder vor Beendigung des vierten Schulbesuchsjahres in die Mittelstufe versetzt werden. Aus gegebenem Anlass kann ein Klassenwechsel auch während des Schuljahres stattfinden. Eine enge Kooperation, regelmäßige gemeinsame Aktivitäten und gemeinsame Rituale vereinfachen den Schülern den Übergang. Das Einrichten von klassenübergreifenden Deutsch- und Mathematikkursen hat sich als sehr sinnvoll und für die Schüler motivierend erwiesen. Der Deutsch- und Mathematikunterricht wird in der Grund- und Mittelstufe in drei Lerngruppen unterrichtet.
Berufsorientierungsstufe
In der Berufsorientierungsstufe werden Schüler der 8. und 9. Jahrgangsstufe unterrichtet. Ziel der Berufsorientierungsstufe ist es, die SuS auf den Übergang in die Berufswelt (Ausbildungsplatz) oder in eine weiterführende Schule (BVJ, EiBE, FAuB) zur Erfüllung der zehnjährigen Schulpflicht vorzubereiten. Alle Unterrichtsfächer nehmen das Ziel der Berufsvorbereitung in den Fokus. Dreh- und Angelpunkt bilden hierbei die vier Praktika bzw. der an ein Praktikum anschließende Praxistag innerhalb der Berufsorientierungsstufe, die das achte und neunte Schulbesuchsjahr umfasst. Diese berufsvorbereitenden Maßnahmen entsprechen zusammen mit der auswertenden Berufsberatung nicht nur den formalen Anforderungen, die Schule als berufsvorbereitende Instanz erfüllen muss, sondern dienen in erster Linie der Motivation unserer oft schulfrustrierten und in den höheren Klassen zunehmend schulmüden Schülerschaft.
