Im Rahmen unseres Projektes haben wir uns das Georg Büchner Haus in Riedstadt-Goddelau mal etwas genauer angesehen. Wir hatten uns in Gruppen aufgeteilt und uns mit den verschiedenen Räumen des Georg Büchner Hauses beschäftigt. Für die Homepage unserer Schule haben wir uns den Raum von Büchners Familie und seiner Kindheit ausgewählt.
Mit folgenden Fragen
haben wir uns auseinandergesetzt:
1. Verfasst eine genaue und anschauliche Beschreibung der Gestaltung und Ausstattung des Ausstellungsraumes!
Der Raum ist sehr niedrig, klein aber sehr hell gehalten. Die Möbel sind alle schwarz. Die "Möbel" beschränken sich auf einen Tisch mit 8 Stühlen und zwei kleinen Pulten.
An der Wand hängen eine Tafel mit den Daten über Georg Büchners Kindheit und Jugend (von 1813 - 1833 => die Tafel ist rot umrahmt), einige Zitate aus Briefen an seine Familie, ein Bild von einer stürmischen Landschaft im Ried, ein Transparentbild von dem Darmstädter Schloss und dem Marktplatz und eine Tafel auf der das Aussehen von Georg Büchner gelobt wird.
Auf dem Tisch und den Pulten liegen kleine Hefte. In jedem Heft sind die Biografie eines Familienmitgliedes und von Minna Jaeglé (der Verlobten von Georg) sowie Informationen zu der Zeitgeschichte abgedruckt (sogar mit Bildern!). Das Heft, das auf Georgs Platz liegt, ist rot, sodass es gleich jedem Besucher ins Auge fällt.
Auffallend ist auch,
dass an den Kopfenden die Hefte der Eltern liegen und dass an deren Stühlen
eine Lehne ist, im Gegensatz zu den Stühlen der Kinder.
Die Chroniktafel und das Heft von Georg sind beide rot. Das ist wahrscheinlich so, weil Georg die bekannteste Person der Familie ist.
Dass nur die Eltern richtige Stühle hatten (die Kinder haben nur Hocker als Sitzmöglichkeit) und zudem auch noch am Kopfende sitzen, haben wir so interpretiert, dass die Eltern Autorität vermitteln sollen und über ihren Kindern stehen.
Die fünf Zitate, die an der Wand hängen, sind zum einen Ausschnitte aus Briefen an seine Familie, die er zu verschiedenen Zeitpunkten aus Straßburg geschrieben hat (4 Stück) und ein Zitat aus seinem "Hessischen Landboten".
Das erste Zitat ist
aus dem "Hessischen Landboten" (Juli 1834):
"Geht einmal
nach Darmstadt und seht, wie die Herren sich für euer Geld dort lustig
machen." Damit will er zum Ausdruck bringen, dass sich die Fürsten
auf Kosten des Volkes ein schönes Leben machen und dass es so einfach
nicht weitergehen kann. Mit dem Landboten wollte er das Volk dazu bewegen,
etwas gegen dieses Verhalten zu unternehmen.
Das zweite Zitat ist
aus einem Brief an seine Eltern, den er am 16 Juli 1835 in Strassburg verfasst
hat:
"Es liegt schwer
auf mir, wenn ich mir Darmstadt vorstelle; ich sehe unser Haus und den
Garten und dann unwillkürlich das abscheuliche Arresthaus."
Georg würde
gerne wieder nach Hause, nach Darmstadt, doch wenn er an sein Haus und
den Garten denkt, muss er gleichzeitig auch an das Arresthaus in Darmstadt
denken, in dem gerade sein Freund Weidig gefangen ist. Wenn er nach Hause
kommen würde, müsste er damit rechnen, dass er auch verhaftet
wird, da er steckbrieflich gesucht wird. All das bedeutet, dass er mit
gemischten Gefühlen an Darmstadt denkt.
Die anderen drei
Zitate sind genauso geschrieben, wir unsere zwei Beispiele. Im Prinzip
geht es Büchner in seinen Briefen immer um die miese Behandlung des
Volkes durch die Obrigkeit. Ihm geht es vor allem auch darum, dass die
Bevölkerung
nicht bemerkt, wie schlecht es ihr eigentlich geht, weil sie ihr ganzes
Leben in diesem "Gefängnis" verbringt.
"Weil wir im
Kerker geboren und groß geworden sind, merken wir nicht mehr, dass
wir im Loch stecken mit angeschmiedeten Händen und Füßen
und einem Knebel im Mund." (Strassburg 1833)
Andererseits ist sehr viel Interpretation und auch ein wenig Vorwissen nötig. Um alle Räume zu erkunden braucht man also sehr viel Zeit, da man sich viele Zusammenhänge selbst erarbeiten muss. Ein weiterer Nachteil ist das Fehlen der Originalrequisiten. Man weiß nicht genau, ob wirklich alles so war, als Georg Büchner geboren wurde, obwohl es bestimmt interessant wäre alles so wie früher vorzufinden.
Alles in allem sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass wir diese Art von Museum den "Standardmuseen" vorziehen. Es macht viel mehr Spaß die Geschichte hautnah mitzuerleben, als nur an Schaukästen vorbeizugehen und einen gelangweilten Blick auf die Erläuterungen zum Ausstellungsstück zu werfen. Außerdem finden wir es toll, dass man aus diesem Haus ein Museum gemacht hat, denn wenn man schon das Geburtshaus einer so berühmten Persönlichkeit in der Gemeinde hat, sollte man auch den Mitbürgern ermöglichen etwas über die Person "Georg Büchner" zu erfahren.