Historie
Die Geschichte der Schule muss in ihren Anfängen von 1912 bis 1963 immer betrachtet werden im Zusammenhang der Geschichte des früheren Jugendheimes, das als Landesaufnahmeheim für Kinder- und Jugendliche fungierte.
Bis zur Erstellung eines eigenen Schulgebäudes 1963 waren Schule und Jugendheim Idstein räumlich und organisatorisch wesentlich enger verbunden.
Eröffnet wurde das Heim im Jahre 1912. Im Laufe der Jahre wurde es soweit
ausgebaut, dass 80 Jugendliche betreut werden konnten. Durch die eigene
Landwirtschaft und Viehhaltung war weitgehend Selbstversorgung möglich.
Ein umgebauter Schweinestall dient seit 1923 als Schulzimmer; eine erste
Lehrerin wurde eingestellt.
1933 – mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten – wurde
der
Sinn des Landesaufnahmeheimes in sein Gegenteil verkehrt.
Das Ziel des neuen Trägers der „Nationalistischen Volkswohlfahrt“ war
nicht
mehr die Wiedereingliederung von hilfsbedürftigen Kindern und Jugendlichen
in die Gesellschaft, sondern die „Aussonderung unwerten Lebens“.
Die Heimerziehung wurde entkonfessionalisiert, ausgebildete Erzieherinnen
mussten das Heim verlassen. Unter dem neuen Leiter, dem Taubstummenlehrer
Metzger, wurde die verheerendste Phase der Geschichte von Heim und Schule
eingeleitet. Er überstellte Kinder und Jugendliche in den Kalmenhof Idstein,
wo viele dem Euthanasie-Programm zum Opfer fielen. Nach Beendigung des
2. Weltkrieges wurde Metzger vom Dienst suspendiert.
1953 – mit der Gründung des Landeswohlfahrtsverbandes – wurde die ursprüngliche Konzeption vor 1933 fortgesetzt.
1956 wurden die Lehrkräfte in den Staatsdienst übernommen.
1960 wird die 4-klassige Volksschule zur „Sonderschule für Entwicklungsgestörte“.
Erst 1963 wurde ein eigenes Schulgebäude eingeweiht. In den vier neuen Klassenräumen mussten 111 Schüler von 5 Lehrern unterrichtet werden. Die Schule erhielt den Status „Volksschule unter sonderschulmäßigen Bedingungen“.
Die Schüler und Schülerinnen waren ausschließlich Bewohner
des angrenzenden
Jugendheimes, die unabhängig vom Grund ihrer Heimeinweisung und schulischer
Vorgeschichte in die heimgebundene Schule eingewiesen wurden.
1968 wurde die Schule umbenannt in „Schule des Jugendheimes“. Die Messzahl der Sonderschule für Verhaltensgestörte von 15 Schülern pro Klasse fand Anwendung.
1969 erhielt die Schule als „Schule unter sonderschulmäßigen
Bedingungen“
Anerkennung.
1970 erhielt sie durch den Schulträger den Namen „Feldbergschule“ und wird als Sonderschule für Verhaltensgestörte geführt.
Anfang der 70er Jahre öffnete die Schule sich für externe Schülerinnen
und
Schüler aus Idstein und aus der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Rheinhöhe, Außenstelle Idstein. Die Zahl Externer nahm im Laufe
der Jahre zu.
Sie kamen aus dem Kreisgebiet und den benachbarten Kreisen.
1976 wurde überlegt die Feldbergschule aus Wirtschaftsgründen aufzugeben und die Schüler in die Schulen des Kreises zu integrieren. Dies scheiterte am Widerstand des Heimes und der Schule, die verdeutlichen, dass für Schülerinnen und Schüler mit nachweisbaren Problemlagen besondere Bedingungen der Beschulung notwendig sind. Im Zusammenhang mit dieser Diskussion wurde das Verfahren zur Überprüfung und Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs für die Aufnahmen an der Feldbergschule verbindlich.
Von da an hatten auch die Heimjugendlichen die Chance, öffentliche allgemein-
bildende Schulen in Idstein und im Kreis zu besuchen.
In diesem Jahr wurde ein erster planstellenmäßiger Sonderschullehrer eingestellt, 2 Jahre später die ersten Sonderschullehramtsreferendarinnen ausgebildet.
Mit Beginn des Schuljahres 1981/82 erhielt die Schule vor dem Hintergrund
der steigenden Anzahl von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Krankheiten
eine Statuserweiterung hinsichtlich
„Feldbergschule, Schule für Erziehungshilfe und Kranke (Sonderschule)“.
Seit 1985 sind 1-2 Zivildienstleistende an der Schule beschäftigt.
Im Kontext der erweiterten Möglichkeiten durch den Schulum- und Neubau
den Notwendigkeiten eines sich stetig verändernden Aufgabenfeldes in der
schulischen Erziehungshilfe und der Jugendhilfe hinsichtlich Pädagogik,
Organisation und Kooperation ist die Arbeit der Schule in den Folgejahren
bis heute insbesondere geprägt durch
- Gewinnung einer angemessenen Zahl von qualifizierten Kolleginnen
und Kollegen, die fähig und bereit sind, sich den Herausforderungen
der schulischen Erziehungshilfe zu stellen
- Systematische Weiterqualifizierung nach einem schulischen Fortbildungsplan,
der an den Anforderungen und Bedarfen der schulischen Realität
und des Schulprogramms ausgerichtet ist.
- Weiterentwicklung des Schulprogramms insbes. unter Berücksichtigung
einer sich massiv verändernden Schülerschaft, insbes. unter
dem Aspekt
- Individualisierung / Differenzierung
- Umgang mit schwierigen Schülern (Schulprogramm)
- Werkstattschule
- Streitschlichtung
- Schülerbeteilung
- Krisenintervention
- Kollegiale Beratung
- Aufbau und Strukturierung eines gleichberechtigten Kooperationsfeldes
mit der Jugendhilfe auf allen Ebenen der Zusammenarbeit mit dem Ziel des
Aufbau eines einheitlichen Erziehungsfeldes mit allen am Erziehungsprozess
beteiligten Personen und Institutionen
- Kritische Auseinandersetzung mit dem der Schule
widerläufigen
Zielen
- So wurde in den letzten Jahren zweimal erfolgreich gegen die Bestrebungen des Schulträgers, die Max-Kirmsse-Schule und die Feldbergschule zusammen zu legen („Schule unter einem Dach“), gekämpft. Die Max-Kirmsse-Schule ist ebenso in Trägerschaft des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen mit den Schwerpunkten Erziehungshilfe/Lernhilfe und Kranke und hat eine Abteilung für Praktisch Bildbare
- Zudem wurde Widerstand entwickelt gegen die Absicht Geschlossene
Unterbringung in Idstein einzurichten. Der LWV als Träger verfolgt
inzwischen dieses Vorhaben nach Beschluss der Verbandsversammlung
nicht mehr.
- Öffnung von Schule
Der Gewinn des 3. Preises im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs
„Jugend übernimmt Verantwortung“ der Stiftung „Brandenburger Tor“
durch das Projekt der Feldbergschule „Schau mal über den Tellerrand“
(Projekte) ist der beste Beweis für die Leistungsfähigkeit der Schule
durch engagiertes Verhalten von Kolleginnen und Kollegen, die Jugendliche
unterstützen, die bereit sind für sich und andere initiativ Zukunft mitzugestalten.

