Wer war eigentlich Max von Gagern
Quelle: „Kelkheimer Geschichte“ Nr.1, Mai 1998, herausgegeben vom Magistrat der Stadt Kelkheim
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Die Familie der Freiherren von Gagern besaß von 1818 bis 1866 das ehemalige Hofgut in Hornau.

ehem. Gagernhof

Der ehemalige Gagernhof in Hornau
(Rekonstruktionzeichnung von 1980)

Hans Christoph von Gagern (geboren 1766 in Kleinniedesheim bei Worms, gestorben und begraben 1852 in Hornau) war Leitender Minister des Fürstentums Nassau-Weilburg, 1815 niederländischer Staatsrat auf dem Wiener Kongress und danach Gesandter Luxemburgs beim Bundestag in Frankfurt. Mit seiner Ehefrau Charlotte hatte er zehn Kinder. 1818 zog er sich aus der Politik zurück. Er erwarb das Hornauer Hofgut und lebte dort mit seiner Familie als Gutsherr, schrieb Bücher und pflegte Kontakte, zum Beispiel zum Freiherrn vom Stein.

Hans Christoph v. G.
Charlotte v. G.
Hans Christoph von Gagern (1766-1852)
Charlotte von Gagern (1776-1851)

Drei ihrer Söhne betätigten sich politisch:  
Friedrich von Gagern (1794-1848)
war Offizier in österreichischen und niederländischen Diensten und nahm an mehreren Schlachten gegen Napoleon teil. Er fiel 1848 in einem Gefecht mit republikanischen Freischaren und ist in Hornau beigesetzt.
Friedrich v. G.
Heinrich v. G. Der bekannteste Sohn der Familie ist Heinrich von Gagern (1799-1880).
Er war Präsident der Nationalversammlung von 1848 in der Frankfurter Paulskirche. Er lebte überwiegend in Monsheim bei Worms und in Darmstadt, wo er auch begraben ist.
Max v. G.

Maximilian (Max) von Gagern (1810-1889)
war Historiker, Diplomat und Abgeordneter im Paulskirchen-Parlament. Er lebte längere Zeit auf dem Hornauer Hofgut und erbte es nach dem Tod seines Vaters. Seine erste Frau Franzina und zwei seiner Kinder sind in Hornau begraben. 1866 verkaufte Max den Hornauer Besitz an den Nassauischen Domänenfiskus. Er starb in Wien.

Paulskirche
Die deutsche Nationalversammlung 1848 in der Frankfurter Paulskirche:
(1) Heinrich von Gagern als Präsident, (2) Max von Gagern als Abgeordneter, (3) Hans Christoph von Gagern als Zuhörer



Gesindehaus des ehemaligen Hofgutes mit der 1725 erbauten alten Martinskirche


Vom Hofgut erhalten sind noch der Teil eines Wohnhauses und das ehemalige Gesindehaus, das seit 1954 Pfarrhaus der Kath. Pfarrgemeinde St.Martin ist. Eine kleine Felsgrotte am Liederbach ließ Friedrich von Gagern erweitern; sie hieß „Fritzens Ruhe“, heute „Fuchshöhle" oder „Ofterdingenhöhle". Sehenswert sind die Grabstätten der Familie von Gagern und der mit ihr verschwägerten Familie der Freiherren von Breidenbach-Bürresheim auf dem Hornauer Friedhof.

Gagerngräber