Weil
ich gerne Menschen helfen möchte
Informationstag zeigt Berufsperspektiven in der Pflege
Der Neuntklässler im Pflegebett ist offensichtlich in guten Händen, die
junge Pflegerin kontrolliert seinen Blutdruck und scheint mit dem
Ergebnis zufrieden. Die Szenerie, die nur in Teilen echt ist, dient in
erster Linie der Information: Die „Roadshow“ des Bundesverbandes
privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) machte in der
Bertha-von-Suttner-Schule Nidderau Station, um den Schülerinnen und
Schülern der Abschlussklassen vor Ort praktische Einblicke in den
Arbeitsalltag der stationären und ambulanten Pflege zu geben und sie
über Chancen, Ziele und Inhalte der Pflegeausbildung zu informieren.
Pflegeazubi Alexandra Bock ist eine von mehreren Auszubildenden der
lokalen Pflegeeinrichtungen aus dem Main-Kinzig-Kreis, die über die
beruflichen Möglichkeiten im Pflegedienst Auskunft geben. An die Gründe
für ihre damalige Berufswahl erinnert sie sich noch gut: „Ich möchte
gerne Menschen helfen, die darauf angewiesen sind.“ Einen sicheren Job,
menschliche Kontakte und langfristige Aufstiegsmöglichkeiten – dies
alles fand sie in der Altenpflege. Derzeit touren Alexandra und andere
Azubis durch die Schulen und stehen Jugendlichen zu den positiven
Seiten ihrer Arbeit, aber auch den fachlichen Anforderungen in ihrem
Beruf Rede und Antwort. In der Bertha-von-Suttner-Schule erfuhren so
die Jugendlichen aus erster Hand, welche Vorteile und Perspektiven der
Beruf der Altenpflegerin oder des Altenpflegers mit sich bringen und
wie viel Verantwortungsbewusstsein und Selbstständigkeit für den
Einsatz in Pflegeeinrichtungen und Diensten erforderlich sind.
Einrichtungen aus dem Umkreis stellten gleichzeitig offene
Ausbildungsplätze vor und boten noch vor Ort erste Praktika für
interessierte Jugendliche an. Um den Schülerinnen und Schülern ein
möglichst umfassendes Bild der Pflegeausbildung zu vermitteln, wurden
vor den praktischen Aktionen und Gesprächen seitens des Verbandes
zunächst theoretische Einblicke in den Ablauf der Ausbildung, in
Verdienstmöglichkeiten und berufliche Perspektiven gegeben. "Von der
ambulanten Altenpflege, über das Betreuen einer Tagespflege bis hin zu
den Führungspositionen wie Wohnbereichs- oder Einrichtungsleitung
bietet der Pflegeberuf ein breites Spektrum an Karrierechancen",
bestätigte auch der Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle Manfred Mauer.
Der Informationstag in der Nidderauer Gesamtschule war einer von rund
20 Terminen im Rahmen der bpa-Roadshow, einer bislang einmaligen
Veranstaltungsreihe, mit der dem Fachkräftemangel in der ambulanten und
stationären Altenpflege in Hessen begegnet werden soll. Aus der Region
beteiligten sich daran mehrere Pflegeeinrichtungen und ambulante
Dienste, die eigene Ausbildungsplätze vorstellten: Das Haus
„Rosengarten“ der BeneVit-Pflege in Erlensee, die Seniorenzentren AGO
Nidderau und AGO Rosbach sowie der Pflegedienst Wirsing aus Altenstadt
und der Seniorenwohnpark Kinzigaue aus Langenselbold. Für
Schulabsolventen mit unterschiedlichen Bildungsabschlüssen hält der
Arbeitsmarkt im Pflegesektor derzeit ausreichend Stellen bereit und
bietet jungen Menschen eine fundierte Ausbildung mit guten
Verdienstmöglichkeiten und Aufstiegschancen. Die bpa-Roadshow stellt
deshalb in den nächsten Wochen in den Schulen des Landes praxisnah
Ausbildungsplätze für angehende Altenpflegerinnen und Altenpfleger vor.
Die Mitgliedsbetriebe des bpa bieten schon jetzt bundesweit 16.470
Ausbildungsplätze in der Pflege. Allein in Hessen vertritt der Verband
750 Pflegedienste und stationäre Einrichtungen.
Redaktionell bearbeitet:
S. Falk, 10.04.11