Suttner-Schule
ehrt Sieger im Vorlesewettbewerb
Es war einmal, ein
halbes Jahrhundert ist es her, da schuf der Kinderbuchautor Otfried
Preußler eine rebellische kleine Hexe, die sogleich quasi im
Besensturzflug in den Herzen und Köpfen der jungen Leserinnen und Leser
landete und sich dort für alle Zeiten festsetzte. Auch wenn die
Bücherregale in den Kinderzimmern derzeit eher von verknallten
Vampiren, naseweisen Zauberschülern und den erstaunlichsten Fabelwesen
bevölkert sind, haben zeitlose Klassiker wie „Die kleine Hexe“ auch
nach 65 Auflagen noch immer gute Chancen, Lieblingsbücher und damit
Freunde fürs Leben zu werden. Beim jüngsten Vorlesewettbewerb der
Bertha-von-Suttner-Schule hat es Celin Tonic aus der 6a mit Otfried
Preußlers frechem wie hilfsbereitem Hexenmädchen auf den 2. Platz
geschafft. Ebenfalls einen zweiten Platz erreichte Sarah Bendel aus der
6d. Sie überzeugte die Jury mit einer Leseprobe aus Kerstin Giers
Romantrilogie „Smaragdgrün“. Die wundersame Geschichte um Gwendolyn und
Gideon, die sich auf einer Zeitreise in Sachen Liebe durch die
Jahrhunderte verlieren und wieder finden, ist derzeit heißer Favorit
bei der weiblichen Leserschaft zwischen zwölf und fünfzehn.
Dass es Jungs mit dem Lesen nicht so haben, widerlegte der
Erstplatzierte im diesjährigen Lesewettstreit an der
Bertha-von-Suttner-Schule. Nicht Hexerei oder Liebesabenteuer waren
bevorzugte Lektürethemen von Julian Joskow aus der 6c, sondern das ganz
normale Chaos im Kinderkopf hat ihn zum Lesen und schließlich auch zum
guten Vorlesen verführt. Bei der Siegerehrung unterhielt der
Sechstklässler sein Publikum aufs beste mit einer Kostprobe aus Jeff
Kinneys Bestsellerserie „Gregs Tagebuch“, in der auf jugendnah
unterhaltende Weise dem Leser und Zuhörer die Innensichten der krausen
Gehirnwindungen eines Jungen an der Schwelle zur Pubertät präsentiert
werden. Der Vorlesewettbewerb wird seit 1959 jedes Jahr vom
Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Zusammenarbeit mit
Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und sonstigen kulturellen
Einrichtungen veranstaltet. Er steht unter der Schirmherrschaft des
Bundespräsidenten und zählt zu den größten bundesweiten
Schülerwettbewerben. Fast 700.000 Schülerinnen und Schüler des 6.
Jahrgangs beteiligen sich jedes Jahr. Auch an der
Bertha-von-Suttner-Schule ist die alljährliche Teilnahme fest im
Schulprogramm verankert. Nach wochenlangem Training, in der das
flüssige und atmosphärische Vorlesen der spannendsten und witzigsten
Passagen der Lieblingsbücher geübt wurde, ermittelte eine Jury unter
der Regie von Kerstin Petsch, der Lesebeauftragen der Schule, aus den
Klassenbesten die drei Schulsieger. Bei der Preisverleihung, von den
beiden Bläserklassen des 6. Jahrgangs mit schmissigen Rhythmen umrahmt,
gratulierte Stufenleiter Joachim Kenner den zwölf besten
Klassenvorleserinnen und –Vorlesern und natürlich besonders dem
Schulsieger zu ihrem Erfolg. Für alle gab es Buchgeschenke und
Urkunden, dazu jede Menge Beifall von den anwesenden Mädchen und Jungen
des Jahrgangs Sechs, die der Siegerehrung beiwohnten und bei denen die
drei Erstplatzierten mit Kostproben aus den Siegerbüchern Appetit aufs
Weiterlesen weckten.
S. Falk, im Februar 2011