Anfahrt
Impressum
Kontakt
Eine Kunst für jeden
Bertha-von-Suttner-Schule ist jetzt Kulturschule

Malen und Musizieren, Tanzen und Theater spielen – alles, was Kindern in der Schule wirklich Spaß macht und ihren natürlichen Gestaltungswillen fordert und fördert, ist gemeinhin auf die Fächer Kunst, Musik und Sport beschränkt oder findet sich als schmückendes Beiwerk im Nachmittagsangebot in Form einer Arbeitsgemeinschaft. Doch mit Kreativität lässt sich jeder Lernstoff leichter erschließen, sei es nun eine fremde Sprache, Gesellschaftslehre oder sogar Mathematik und Chemie. Deshalb muss die Kunst hinein in den Unterricht, und zwar in alle Fächer, um komplexe Sachverhalte mit Hilfe ästhetischer Zugangsweisen auf sinnlich-anschauliche Art verständlich zu machen, so die Forderung moderner Pädagogik. Weil das auch für die Lehrenden mitunter ein Um-, Neu- und Überdenken manch eingefahrener, liebgewordener und vielleicht auch bequemer Unterrichtsgewohnheiten bedeutet und sie die Methoden der kulturellen Praxis im Schulalltag lernen und einüben müssen, hat das Hessische Kultusministerium vor drei Jahren ein Pilotprojekt ins Leben gerufen, um Schulen fit zu machen für das kulturelle Lernen in allen Fachbereichen. „Kulturschule - Eine Kunst für jeden“ hieß das Förderprogramm, in dem die Kollegien von fünf ausgewählten hessischen Schulen in vielen Wochenendseminaren, noch mehr Nachmittagen und zahlreichen Projekten ihr pädagogisches Methodenrepertoire in kultureller Praxis erweiterten und vertieften. Auch zahlreiche Kolleginnen und Kollegen aller Fachbereiche der Bertha-von-Suttner-Schule Nidderau haben den umfangreichen Fortbildungsmarathon absolviert. In den vergangenen drei Jahren haben sie unter Anleitung von Kunstpädagogen das kreative Schreiben geübt, Theater- , Tanz- und Musikseminare belegt, sich mit den Möglichkeiten moderner Foto- und Videotechnik vertraut gemacht, den Computer als Hilfsmittel für den Kunstunterricht erprobt, alte und neue Meister auf ganz neue, handlungsorientierte Weise interpretiert und gelernt, wie man naturwissenschaftliche Phänomene kreativ und anschaulich darstellen kann. Jetzt darf sich die IGS ganz offiziell mit dem Zertifikat „Kulturschule“ schmücken. In einem Festakt in Dr. Hoch’s Konservatorium in Frankfurt, umrahmt von zahlreichen Schülerpräsentationen der fünf hessischen Kulturschulen, nahm Schulleiterin Bianca Gardé die Urkunde entgegen, die den Auftrag und die Verpflichtung beinhaltet, allen Schülerinnen und Schülern individuelle künstlerische und kulturelle Zugänge aufzuzeigen und zu ermöglichen. Was von ihnen erwartet wird, formulierte Ministerialdirektor Jörg Meyer-Scholten vom Kultusministerium, bevor er den Vertretern der fünf ersten hessischen Kulturschulen ihre Urkunden aushändigte: „Kulturschulen sind ein Ort, an dem jedes Kind eine Kunst für sich entdecken kann, sie verankern kreative Methoden im Regelunterricht, ermöglichen ästhetische Lernzugänge in allen Fächern und überwinden die Fächergrenzen. Außerdem öffnen sie sich nach außen und kooperieren mit kulturellen Institutionen in der Region“. In seiner Festrede hatte Michael Gonzsar vom Projektbüro „Kulturelle Bildung“ des Kultusministeriums zuvor die Vorteile der ästhetischen Bildung für die Persönlichkeitsbildung hervorgehoben: „Die eigene künstlerische Praxis bietet jeder Schülerin, jedem Schüler die Chance, eine Art „Persönlichkeitskultur“ zu entfalten, bei sich zu sein, Kreativität, alternatives Denken und Eigen-Sinn zu entwickeln. Und ausgerechnet die scheinbar so spielerische künstlerische Tätigkeit fordert von Kindern und Jugendlichen einige fast altmodische Arbeitstugenden: Genauigkeit, Ausdauer und diszipliniertes Üben zum Beispiel sind grundlegende Voraussetzungen für künstlerische Entwicklungsprozesse. Ebenso bedeutsam ist die Entwicklung von Teamfähigkeit in der Arbeit an einem gemeinsamen Projekt.“ Wie künstlerische Betätigung im Jugendalter ein ganzes Leben positiv prägen kann, fasste Schulleiter Rainer Bücher von der Wiesbadener Jawlensky-Schule, ebenfalls eine frischgebackene hessische Kulturschule, auf prägnante Weise zusammen: „Kinder und Jugendliche, die Theater spielen können, die ein Instrument beherrschen, denen kann im Leben nichts Schlimmes passieren.“

S. Falk, 20. Sep. 2011



WWW BvSS


















© Bertha-von-Suttner-Schule
Besucherzähler Quelltext