Mit Chips und Grips eine Runde weiter
Suttner-Schule
ehrt ihre Sieger im Mathe-Wettbewerb
Mathematiker ticken anders. Wenn Normalsterbliche mit heißen
Esskastanien, selbst gemachter Nuss-Nougat-Creme oder knusprigen
Kartoffelchips zuallererst sinnliche Genüsse verbinden, so bringen es
beamtete Zahlenjongleure fertig, diese Leckereien arg und wehrlosen
Pubertierenden in Form von Textaufgaben unterzuschieben, offenbar in
der Hoffnung, dass sich ihnen das Rechenrätsel dann leichter
erschließt, wenn ihnen die begehrten Nahrungsmittel vor dem inneren
Auge erscheinen. Denn Kartoffelchips mögen die meisten Jugendlichen,
und meistens ist es ihnen ziemlich schnurz, welchen Fettgehalt die
salzigen Teile haben, die sie genussvoll aus der Tüte angeln und sich
händevoll weise in den Mund stopfen. Im jüngsten Mathematikwettbewerb
jedoch, dessen erste Runde alle Schülerinnen und Schüler des achten
Jahrgangs in ganz Hessen gerade absolviert haben, konnte die richtige
Berechnung des Kalorienunterschieds zwischen der normalen und der
Light-Variante die entscheidenden Punkte für einen Siegerplatz
bringen. Auch an der Bertha-von-Suttner-Schule in Nidderau zerbrachen
sich die Schülerinnen und Schüler des achten Jahrgangs die Köpfe über
fette und kalorienreduzierte Kartoffelchips, den Stückpreis heißer
Kastanien auf dem Weihnachtsmarkt und darüber, wie viel hausgemachte
Nuss-Nougat-Creme in die Gläser muss; sie bestimmten achsensymmetrische
Kreismuster und Flächeninhalte unterschiedlicher Drei- bis Vielecke,
verglichen die Kosten von Musikdownloads konkurrierender
Internetanbieter und errechneten die zu erwartende Körperlänge von
Kleinkindern unter der Vorgabe, dass Jungen mit zwei Jahren 49,5
Prozent ihrer maximal zu erwartenden Körpergröße erreicht haben,
gleichaltrige Mädchen aber bereits 55 Prozent. Mit solchen und anderen
Aufgabenstellungen konnte bei den A-Kursen der Nidderauer Gesamtschule
Paul Lenz am besten umgehen; er erreichte mit 39,5 von 48 möglichen
Punkten den 1. Platz, dicht gefolgt von Matthias Feyll, der für 37,5
Punkte rechnete und damit auf den 2. Platz kam. Spitze war das Ergebnis
in den B-Kursen: Lukas Kondritz lag mit 46 Punkten nur knapp unter der
Höchstpunktzahl; Jasmin Heldmann, einziges Mädchen unter den
Erstplatzierten, schaffte 40,5 Punkte und blieb ebenfalls im
Einserbereich. Nur eineinhalb Punkte weniger und damit einen
hervorragenden dritten Platz erreichte Dennis Walter mit 39 Punkten.
Das beste Ergebnis in den C-Kursen erzielte Kevin Balachantiran mit 33
Punkten. Bei der Siegerehrung gratulierten der stellvertretende
Schulleiter Gerald Diehl und Mathematik-Fachbereichsleiter Ralf Menge
den Mathe-Assen und überreichten die Siegerurkunden, verbunden mit der
Hoffnung, dass die jungen Rechenkünstler und die Rechenkünstlerin in
der nächsten Runde am 7. März in Hanau ähnlich erfolgreich abschneiden
mögen. Bereits zum 44. Mal hatte das Hessische Kultusministerium den
Jahrgang Acht aller allgemein bildenden Schulen des Landes zum
Leistungsvergleich in Form eines Wettbewerbs verpflichtet. Die erste
Runde fand als Klassen- bzw. Kursarbeit am 1. Dezember statt; insgesamt
zehn je nach Schulstufe unterschiedlich knifflige Pflicht- und
Wahlaufgaben waren innerhalb von neunzig Minuten zu lösen. Wer nun
ausprobieren will, ob die eigenen Mathekenntnisse noch
wettbewerbstauglich wären, findet unter
www.mathematik-wettbewerb.de/aufgaben.html alle Aufgaben sowie die
Lösungen aus der 1. Runde des aktuellen Mathewettbewerbs.
S. Falk, Februar 2012