Solo
für Carlo
Frühlingskonzert der Bertha-von-Suttner-Schule
Stimmgewaltig und temperamentvoll kam er daher, der Nidderauer
Musikfrühling, mit viel Gesang, Klavier- und Blasmusik und rockigen
Rhythmen, die jeden eventuell noch vorhandenen Rest von Winterstarre
vertrieben: Mehr als einhundert Schülerinnen und Schüler der
Bertha-von-Suttner-Schule Nidderau heizten gehörig ein bei ihrem
traditionellen Frühlingskonzert in der Willi-Salzmann-Halle in
Windecken. Zum Auftakt zeigten die Jüngsten der Musikfamilie der
„Bertha“, die Bläserklasse des Jahrgangs 5, wie weit sie nach wenigen
Monaten Zusammenspiels schon sind auf ihrem Weg zum Klassenorchester.
Den „Bandroom Boogie“ und „Bring on the band“ von Michael Sweeny
brachten sie vor voll besetztem Saal mit sichtlicher Spielbegeisterung
auf und über die Bühne. Nach dieser Ouvertüre und der Begrüßung durch
Schulleiterin Bianca Gardé zeigten Schülerinnen und Schüler aller
Jahrgänge, was es auf sich hat mit dem Schwerpunkt Musik an der
Bertha-von-Suttner-Schule. Soloauftritte, unterschiedliche Ensembles,
die frisch formierte und noch namenlose Schulband und natürlich die
Bläserklassen, die mit gewohnter musikalischer Überzeugungskraft
agierten, boten einen Querschnitt der Unterrichtsarbeit des
Fachbereichs Musik. Nachdem Bianca Bohmeier ihr selbst komponiertes
Stück „Summertime“ vorgetragen hatte, sang das Popensemble unter der
Leitung von Leonore Kleff „Alles nur geklaut“ von den Prinzen und
„Leave out all the rest“ der kalifornischen Rockband Linkin Park.
Frühlingshaft zarte Töne gab es anschließend vom Duo der Lehrkräfte
Elisabeth Kretzschmar (Gesang) und Michael Dauth (Laute), die das
traditionelle irische Volkslied „Sally Gardens“ einstudiert hatten, und
von der Klasse 9A2, die„The Rose“ von Bette Middler vortrug. Dass nach
drei Schuljahren gemeinsamen Musizierens die Töne sitzen, zeigte
anschließend die 7e, die als erste Bläserklasse über das sechste
Schuljahr hinaus als Orchester fortbesteht und das gemeinsame
Musizieren im Klassenverband weiter betreibt. In Eric Claptons
traurigem Klassiker „Tears in Heaven“ klagten Saxophon und Oboe in
vorschriftsmäßig herzzerreißender Weise, und das Solo von Carlo, dem
Schlagzeuger der 7e, sorgte bei „Rocking On Home“ für helle
Begeisterung im Publikum. Ganz frisch zusammengesetzt in diesem
Schuljahr ist hingegen die Band, die zwar noch keinen Namen vorweisen,
nichtsdestotrotz aber bühnenreif abrocken kann. „Gives you hell“ von
„The All American Rejects“ und „The Kill“ von „30 seconds to mars“
waren die Stücke, die im Saal so gut ankamen, dass die Pause zugunsten
einer Zugabe verschoben werden musste. Eine musikalische Ermahnung zum
sorgfältigeren Umgang mit unserer verletzlichen Umwelt gab es zu Beginn
des zweiten Teils: Auf der Gitarre begleitet von Wolfgang Mistereck,
der das Stück auch komponiert hat, sang die Klasse 5a das Lied mit dem
Titel „Blauer Planet“. Anschließend präsentierte der Chor der
Fünftklässler unter der Leitung von Lisa Naß mit „Spring, spring,
spring“ eine lebhaft vorgetragene Hommage an den Frühling, bevor
Stephanie Freitag aus dem zehnten Schuljahr das Klavierstück „Numb“ von
Linkin Park vortrug. Zeitgenössische Musik bot die Klasse 8a, die das
Stück „The Truth“ des Schönecker Komponisten Viktor Seifried
einstudiert hatte. Zum Abschluss wurde es noch einmal nicht nur laut,
sondern auch richtig eng auf der Bühne, denn wenn die beiden
Bläserklassen des sechsten Jahrgangs gemeinsam auftreten, drängen sich
fast fünfzig junge Musikerinnen und Musiker mit ihren teils sehr
raumgreifenden Instrumenten auf begrenzter Fläche. „Trumpet Voluntary“,
„Suo Gan“ und „Flintstones“ hießen die Ohrwurmstücke, mit denen das
Konzert schwungvoll beendet wurde. Schulleiterin Bianca Gardé dankte
allen Mitwirkenden und besonders den „Machern“ im Hintergrund, Leonore
Kleff, Elisabeth Kretzschmar, Lisa Naß, Roman Mixa, Peter Ripkens, Jan
Härterich und Wolfgang Mistereck, die mit viel Engagement aufs Neue
dafür gesorgt hatten, dass der musikalische Nachwuchs der
Bertha-von-Suttner-Schule ein abendfüllendes und vielseitiges Programm
auf die Bühne bringen konnte und damit die mehr als dreißigjährige
Konzerttradition der Nidderauer Schule nahtlos fortsetzte.
Susanne Falk, 30. März 2011