Shoppen
zwischen Deutsch und Mathe
Bertha-Schüler üben sich als Geschäftsleute
Um halb zehn brummt der Laden. Kurz vor Ende der großen Pause fällt so
manchem ein, dass das Geodreieck zu Hause auf dem Schreibtisch liegt
und der Kollegblock unter Schwindsucht leidet. Damit es in der nächsten
Stunde keinen Ärger wegen fehlender Materialien gibt, wird auf die
Schnelle eingekauft: Tintenpatronen, Hefte, Kugelschreiber,
Radiergummi, Kleberoller und zum Versüßen des noch vor einem liegenden
längeren Teil des Schulvormittags ein paar Kaugummis. Seit Jahresbeginn
offeriert der Schülershop in der Mensa der Bertha-von-Suttner-Schule
täglich während der ersten großen Pause ein kleines
Schreibwarenangebot. Geboren wurde die Idee des Schülershops im
kaufmännischen Wahlpflichtkurs des Jahrgangs acht, der unter der
Leitung von Oberstudienrätin Anette Gonschor trockene Fakten mit Leben
füllen und in der Praxis ausprobieren wollte. Kaufmännisches
Grundlagenwissen wie Umsatz und Gewinnspanne, Preisbildung, Aufwand und
Ertrag lernen die Jugendlichen beim Ein- und Verkauf ihres kleinen
Warensortiments. An guten Ideen, den Laden am Laufen zu halten, fehlt
es ihnen dabei nicht. So gibt es wöchentlich wechselnde Sonderangebote
oder süße Beigaben zu jedem Kauf, wie Michael Bork, zusammen mit Sam
Pfeifer einer der beiden derzeitigen „Geschäftsführer“, erläutert.
Diese Woche sind es Geo-Dreiecke, die besonders günstig zu haben sind.
Dass durch die Menge der verkauften Mathehelfer aus Plastik wieder
wettgemacht wird, was am Gewinn beim Einzelverkaufspreis fehlt, diese
Erfahrung haben die jungen Kaufleute beim Ausrechnen ihres
Betriebsergebnisses schon gemacht. Und wer aus dem Kurs nicht so gern
hinter der Ladentheke steht, unterstützt den Vertrieb auf andere Weise:
Angebote müssen verglichen, Werbeplakate erstellt und in der Schule
verteilt werden. Die Mitschülerinnen und Mitschüler finden das Projekt
des kaufmännischen Kurses gut, hat der Shop doch schon einigen aus der
Patsche geholfen, die es beim Packen der Schultasche zu Hause nicht so
genau nehmen.
S. Falk, 16. Februar 2011