Die
kulturellen Kräfte bündeln
Profis coachen Tanz und Theater an der Bertha-von-Suttner-Schule
Beflügelt von ihrem neuen Status als zertifizierte Kulturschule hat die
Bertha-von-Suttner Schule Nidderau gleich drei hochkarätige Projekte
aufgelegt, in denen die Schülerinnen und Schüler kulturelle Praxis
erproben können. Das Besondere daran ist, dass die Jungen und Mädchen
von ausgebildeten Theaterleuten und Tänzern angeleitet werden, die über
einen längeren Zeitraum in die Schule kommen und die Kinder und
Jugendlichen dabei unterstützen, eigene künstlerische Ideen und Ansätze
zu verwirklichen. Mit dabei sind die Schauspielerin Nadja Soukoup vom
Theaterlabor Darmstadt, die Tänzerin und Choreografin Wiebke Schmied
und ihr Kollege Sebastian Schulz vom Frankfurter Tanzlabor21 sowie der
Theaterautor Erhard Schmied, mit dessen Hilfe die AG „Darstellendes
Spiel“ derzeit ein eigenes Stück entwickelt. Durch eine großzügige
Finanzspritze von evonik industries konnte sich die Schule um eine
Teilnahme am TAtSch-Projekt bewerben, einem vom deutschen Kinder- und
Jugendtheaterzentrum initiierten einjährigen Patenprogramm, in dem
Theaterautoren Schülerinnen und Schüler auf praxisnahe Art mit
dramatischer Jugendliteratur vertraut machen. Da die Künstler mit
unterschiedlichen Schülergruppen an verschiedenen Projekten arbeiten,
hat Anne Schadt, pädagogische Leiterin der Bertha-von-Suttner-Schule
und Koordinatorin des Kulturschulprogramms, alle Beteiligten jüngst an
einem runden Tisch versammelt, um Möglichkeiten der Kooperation und
gemeinsamer Zielsetzungen zwischen den einzelnen Projekten auszuloten.
Mit dabei waren außer den künstlerischen Leitern der Projekte auch
Henning Fangauf, stellvertretender Leiter des Kinder- und
Jugendtheaterzentrums Deutschland und die Theaterpädagogin Ilona Sauer
vom Projekt FLUX, das, gefördert vom Kultusministerium, das Fach
„Darstellendes Spiel“ in hessischen Schulen auf vielfältige Weise
unterstützt. Ergänzt wurde die Gesprächsrunde durch Doris Plag vom
Fachbereich Kultur der Stadt Hanau, unter deren Regie die Hanauer
Schultheatertage geplant und durchgeführt werden und die den Anwesenden
das Konzept dieser bereits seit fünf Jahren bestehenden
Veranstaltungsreihe vorstellte. Ob sich die Bertha-von-Suttner-Schule
bereits im kommenden Jahr um eine Teilnahme bei den Schultheatertagen
bewerben wird, steht noch nicht fest, in jedem Fall sind aber die Türen
für eine zukünftige Zusammenarbeit weit geöffnet. Auf eine gemeinsame
Präsentation ihrer Arbeitsergebnisse konnten sich bereits die
Projektleiter einigen. Wenn ihre Arbeitsschwerpunkte auch nur wenige
Schnittstellen aufweisen und ihre Termine, an denen sie mit den
Schülerinnen und Schülern arbeiten, schwer zu koordinieren sind, wird
es doch Ende April einen Abend geben, an dem die Schulgemeinde in den
Genuss einer Tanz- und Theatervorführung kommen wird, in der die
Ergebnisse aller derzeit probenden Klassen und Arbeitsgruppen
präsentiert werden.
S. Falk, 30.10.11